Die Stadt Berlin ist gut mit Ärzten versorgt, sie weist sogar die höchste Dichte an Ärzten pro Einwohner auf. Doch die Verteilung der Praxissitze ist schlecht. Besonders Bezirke im Osten der Stadt sind häufig medizinisch unterversorgt. Bislang galt das auch für Marzahn-Hellersdorf, wo am heutigen Freitag ein Gesundheitszentrum am Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) eröffnet.
Die Eröffnung ist ein weiterer Schritt hin zu einer gerechteren Verteilung der ambulanten Praxen, der sich Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) angenommen hat. „Das neue Zentrum stärkt den Gesundheitsstandort Marzahn-Hellersdorf und damit die gesamte medizinische Infrastruktur der Region“, sagte Czaja.
Auch der Leiter des UKB, Axel Ekkernkamp, betont: „Die Mangelsituation nach dem Wechsel vieler Ärzte in der Region in den Westteil der Stadt und nach der Schließung einiger Medizinischer Versorgungszentren war konkreter Auslöser für die Idee, als Krankenhaus in die ambulante Medizin einzusteigen.“ Die Wartezeiten auf Termine beim Facharzt seien bisher enorm lang gewesen.
Bessere fachärztliche Versorgung anvisiert
Das Herzstück des neuen Gesundheitszentrums bildet eine Poliklinik mit Ärzten der verschiedenen Fachrichtungen. Außerdem wird es ein Sanitätshaus, einen Hörgeräteakustiker und ein Therapiezentrum geben. Und eine „Abnehm-Akademie“. Doch noch sind nicht alle Flächen besetzt. Drei Mieteinheiten sind noch frei. Es fehlen ein Augenarzt und zwei bis drei Allgemeinmediziner. Auch je ein Sitz für Gynäkologie und Psychotherapie sind noch frei.
Ein Ziel des Zentrums soll auch eine Zusammenarbeit zwischen den Ärzten der ambulanten Praxen und dem UKB sein. Neben einer besseren fachärztlichen Versorgung für die Menschen im Bezirk, geht es auch um eine Entlastung der Rettungsstelle am Unfallkrankenhaus. „Wir bieten den Patienten ein besseres Angebot für Akutsituationen, die subjektiv großen Kummer machen, objektiv aber keinen tatsächlichen Notfall darstellen“, sagt Klinikleiter Axel Ekkernkamp.



