Das Müllproblem in der Hauptstadt ist größer geworden. Die Parks sind verdreckter, Mülltonnen laufen über, illegaler Sperrmüll häuft sich am Straßenrand. Das ist nicht nur eine subjektive Wahrnehmung der Berlinerinnen und Berliner. Auch die Ordnungsbehörden registrieren mehr Einsätze wegen illegaler Müllablagerungen.

Dass in den Bezirken nun die sogenannten „Waste Watcher“ verstärkt gegen Müllsünder vorgehen sollen, ist ein gutes Zeichen. Sie zeigen Präsenz und können in Einzelfällen dafür sorgen, dass Müll schneller beseitigt und Täter belangt werden. Viel mehr allerdings auch nicht.

Die Arbeit der „Waste Watcher“ gleicht oftmals einer Sisyphus-Aufgabe, wie die Morgenpost bei einer Begleitung des Ordnungsamts erleben konnte. Illegalen Müll durchsuchen sie nach Hinweisen auf die Verursacher. Sie befragen Anwohner und observieren bekannte Müll-Hotspots. Am Ende oft erfolglos. Die meisten Müllsünder kommen noch immer davon. Den „Waste Watchern“ bleibt nichts anderes übrig, als sich mit „Nadelstichen“ zufrieden zu geben.

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Umso ärgerlicher ist es, dass selbst diese „Nadelstiche“ noch nicht überall in Berlin angewendet werden. Eigentlich finanziert der Senat berlinweit insgesamt 68 Waste-Watcher-Stellen – verteilt auf die Bezirke. Doch erst in vier Bezirken sind überhaupt Stellen besetzt (Stand: März 2026). Das muss sich dringend ändern.

Senat muss bessere Bedingungen für Waste Watcher schaffen

Dafür müssen sich allerdings auch die Arbeitsbedingungen verbessern. Denn die Stellen als Waste Watcher sind befristet. Die eigentlich dringend benötigten Müll-Kontrolleure schauen sich deshalb schnell nach anderen Stellen um. Hier muss der Senat eine langfristige Lösung finden und darf die Verantwortung nicht allein auf die Bezirke schieben.

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Angesichts der enormen Aufgabe kann der Einsatz der „Waste Watcher“ sowieso nur ein Anfang sein. Um dem Berliner Müllproblem schnell und effektiv zu begegnen, reichen die Patrouillen der Ordnungsämter nicht aus. Stattdessen braucht es weitere Maßnahmen.

Müllsünder müssen konsequenter bestraft werden. Das betrifft vor allem unseriöse Entsorgungsunternehmen, die vorgeben, den Müll ihrer Kunden auf legalem Weg zu entsorgen, um ihn dann irgendwo illegal abzuladen. Gegen diese Scheinfirmen, die mit günstigen Angeboten locken, muss Berlin effektiver vorgehen.

Außerdem müssen Möglichkeiten geschaffen werden, Müll leichter auf legale Weise zu entsorgen. Denn wer bei der BSR nicht mit seinem Sperrmüll abgewiesen wird, kommt auch nicht auf die Idee, ihn einfach in die Büsche zu werfen.