Ungepflegt, in einem schlechten gesundheitlichen Zustand, mit kahlen Stellen auf dem Rücken – so sind zwei Affen im Februar im Tierheim Berlin gelandet. Die beiden Makaken, ein Männchen und ein Weibchen, stammten aus einer privaten Haltung. „Ein prekärer Fall“, schildert eine Referentin des Tierheims das Schicksal der Äffchen aus der Familie der Meerkatzen.
Drei Monate sind sie jetzt aufgepäppelt worden. Schließlich hat die Geschichte noch ein gutes Ende gefunden: Die Tiere haben ein neues Zuhause in der Auffangstation der internationalen Tierrechtsinitiative Great Ape Projects in Großbritannien gefunden. „Wir haben lange gebraucht, um eine Auffangstation zu finden“, so die Referentin. Auf dem europäischen Festland wäre die Suche vergeblich gewesen.
Damit können die beiden Tiere künftig auf einer weitläufigen Anlage im Affenschutzzentrum ein artgerechtes Leben führen. Das Leid, die schlechte Haltung – das ist jetzt vorbei. Wie es aus dem Tierheim heißt, sind die Affen „aus einer sehr misslichen Lage“ gerettet worden. Viel mehr will man dazu nicht sagen.
Affen brauchen viel Anregung zum Spielen
Im Exotenhaus der Lichtenberger Anlage haben die Fachpfleger alles getan, um den Affen die Quarantänezeit so angenehm, wie möglich zu machen. Dort hatten sie ein eigenes Gehege, in dem sie viele Anregungen hatten, um sich zu beschäftigen. „Sie konnten spielen, klettern und sich verstecken“, so die Tierheim-Referentin. Futtersuchspiele fanden sie toll, bei denen sie die Leckerli aus Spielzeug herauspulen mussten. Heu und Decken sorgten für Beschäftigung. Ein Äffchen war ganz beglückt über eine Wolldecke, mit der es lange gespielt hat.
Das Schicksal der beiden Makaken und vor allem das Leid, das sie in der tierschutzwidrigen Privathaltung erlebten, nimmt das Tierheim Berlin zum Anlass, um erneut zu warnen: „Wildtiere haben in Privathand nichts zu suchen.“ Gefordert wird ein bundesweites Verbot der privaten Haltung von Affen jedweder Art.
„Immer wieder erleben wir, wie exotische Säugetiere in Privathaltungen leiden und völlig unverantwortliche Halter sich ihrer Tiere entledigen“, berichtet Mareen Esmeier, Leiterin des Tierheims Berlin. „Als wir die Geschichte dieser beiden Affen gehört haben, mussten wir einfach zusagen, sie vorübergehend bei uns aufzunehmen.“
Nur wenige Unterbringungsplätze für exotische Tiere
In Deutschland gibt es kaum Unterbringungsplätze für exotische Tiere. „Private Tierheime und Auffangstationen sind dafür selten eingerichtet, staatliche Auffangstationen gibt es nicht und Zoos und Tierparks haben an den oft traumatisierten, kranken Tieren kein Interesse“, sagt Colin Goldner vom Great Ape Project. In diesem Fall hätten die Kollegen aus Großbritannien über 2000 Kilometer einfache Fahrt auf sich genommen, um zumindest diesen Affen eine Chance auf einen tierschutzgerechten Lebensabend zu ermöglichen.
Im Exotenhaus des Tierheims leben etwa 300 Tiere, darunter viele Reptilien, Echsen, Schlangen und auch Vogelspinnen. Im Moment haben auch zehn Affen dort ihre Zuhause gefunden. Sie werden nicht mehr vermittelt, sondern leben wie auf einem Gnadenhof. Die Affen stammen aus schlechter Zirkushaltung, aus einer Privathaltung und sogar noch aus DDR-Laboren. Im Tierheim leben sie in drei Gruppen bis an ihr Lebensende.



