Rund sieben Jahre nach zwei Einbrüchen in die Räume des Stasi-Museums der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg ist ein Großteil des Diebesgutes wieder aufgetaucht. Beamte des Landeskriminalamtes fanden damals entwendete Ausstellungsstücke am vergangenen Mittwoch bei Durchsuchungen, die sie in einem anderen Fall durchführten. Das wurde am Dienstag mitgeteilt.
In der Nacht zum 28. September 2007 waren Täter ein erstes Mal in die Gedenkstätte für Stasi-Opfer an der Ruschestraße, in der Exponate des ehemaligen DDR-Ministeriums für Staatssicherheit ausgestellt wurden, eingebrochen. Ermittlungen zufolge brachen die Unbekannten damals mehrere Türen sowie Vitrinen auf und entwendeten einige Ausstellungsstücke. Sie entkamen unerkannt. Da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden konnte, hatte der Polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.
Am 4. Mai 2008 meldete die Berliner Polizei einen zweiten Einbruch in die Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße. Auch hier wurden verschiedene Exponate gestohlen. Die Täter hatten ein Fenster aufgehebelt und waren dann in verschiedene Räume eingedrungen, auch in das Büro des ehemaligen Leiters des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), Erich Mielke. Die Einbrecher hatten es nach damaligen Polizeiangaben auf Gegenstände abgesehen, „die keinen nennenswerten materiellen Wert haben, aber für Sammler interessant sein könnten“.
Auch Kohlebrikett und Kohlestücke gestohlen
So befanden sich unter den wenigen Stücken, die im Mai 2008 mitgenommen wurden, ein Eishockeyschläger aus Moskau, ein Kohlebrikett mit der Prägung „30 Jahre DDR“, Kohlestücke mit der Prägung „25 Jahre MfS“, ein Holzbrett mit einem Porträt von Lenin und ein weißes Telefon mit Wählscheibe.
Nun sind nach Polizeiangaben von Dienstag in einer Wohnung und in einem Keller an der Neuköllner Weisestraße nahezu alle bei den beiden Taten entwendeten Gegenstände sichergestellt worden. Dabei handelt es sich unter anderem um sogenannte operative Einsatztechnik, wie Spezialkameras und versteckte Mikrofone, sowie um das aus dem Arbeitszimmer von Erich Mielke entwendete Telefon.
Die Ermittlungen beim zuständigen Kommissariat des Berliner Landeskriminalamtes dauern an. Nähere Angaben zum Hintergrund der Durchsuchungen und zu möglichen Tätern machte die Polizei am Dienstag nicht.
Die einstige Stasi-Zentrale in Lichtenberg ist seit 1990 eine Forschungs- und Gedenkstätte.
Erich Mielke war von 1957 bis zu seinem Rücktritt im November 1989 Minister für Staatssicherheit der DDR. Wegen der Erschießung zweier Polizisten im Jahr 1931 verurteilte ihn 1993 das Landgericht Berlin wegen Mordes zu sechs Jahren Gefängnis. Ende 1995 wurde er im Alter von 88 Jahren auf Bewährung entlassen. Er starb im Mai 2000.








