In die Neubauoffensive der landeseigenen Berliner Wohnungsunternehmen reiht sich jetzt auch die Howoge ein. Die Gesellschaft hat bis zum Jahr 2016 im Bezirk Lichtenberg etwa 1500 neue Wohnungen fest eingeplant, kündigte am Freitag Geschäftsführerin Stefanie Frensch an.

Das erste neue Wohnquartier entstehe ab Mai auf dem ehemaligem Gelände der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Karlshorst. Bis 2015 sollen dort rund 400 Mietwohnungen errichtet werden. Mehr als 18 Jahre lagen die einstigen Studentenwohnheime brach.

Das Quartier wird zwischen Treskowallee, Hönower Straße und Römerweg aus acht neuen Häusern mit fünf bis sieben Geschossen und aus einem sanierten Gebäude bestehen. Mehrere marode Altbauten aus den 1950er-Jahren werden abgerissen. Die Howoge investiert in dieses Projekt 60 Millionen Euro.

Soziale Vielfalt soll erhalten bleiben

Frensch sagte: „Wir legen unseren Schwerpunkt bewusst auf mehrgeschossigen Wohnungsbau nach dem Leitbild des Siedlungsbaus aus den 1920er-Jahren, um neben seinem generationsübergreifenden Charakter auch die soziale Vielfalt zu sichern.“ Damit solle wie bei allen Howoge-Vorhaben bezahlbarer Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten geschaffen werden.

Die 1,5- bis 4-Zimmer-Wohnungen in Karlshorst befänden sich im einfachen bis mittleren Segment (Mieten zwischen sieben und 10,50 Euro pro Quadratmeter). Credo der Howoge-Chefin: Berlin lebe von seiner sozialen Mischung. Dazu müsse die Howoge ihren Beitrag leisten. Vorgesehen seien auch zwei Senioren-Wohngemeinschaften, eine Kita und Läden.

Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD) begrüßt das Konzept: „Da Lichtenberg bis zum Jahr 2030 mit einem Bevölkerungsanstieg von jetzt 260.000 auf 300.000 rechnen muss, setzt uns der starke Wohnungsbedarf unter Druck.“ Er werde von der Howoge umgesetzt, zumal der Zuzug gerade von jungen Familien nach Lichtenberg bereits jetzt boome.

Weitere Neubaugebiete in Lichtenberg geplant

Im „Bündnis für Wohnen“, das der Bezirk als erster in Berlin mit der Howoge, Genossenschaften und Investoren gegründet habe, stehe das Bezirksamt zur übernommenen Verpflichtung, schnellstens Baurecht zu schaffen.

Weitere Neubauprojekte plant die Howoge auf dem Gelände des ehemaligen Kinderkrankenhauses „Lindenhof“ in Lichtenberg (etwa 350 Wohnungen) und auf der Freifläche an der Ecke Frankfurter Allee und Möllendorffstraße. Ob an diesem „Eingangstor“ in die City wieder ein markantes Hochhaus entsteht, ist aber ungewiss. Frensch: „Wir sind gespannt, was die Architekten uns anbieten.“