Wohnungen

In Berlin drehen sich wieder Kräne für den Wohnungsbau

Wohnungsbau hat wieder Konjunktur: Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg wurden im vergangenen Jahr 7.764 Wohnungen in Berlin fertig gestellt – 38,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Foto: Jens Wolf / ZB

Die Baukräne in Berlin drehen sich zunehmend auch wieder für den Wohnungsbau. Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg wurden im vergangenen Jahr 7764 Wohnungen in der Hauptstadt fertiggestellt, das sind 38,5 Prozent mehr als im Vorjahr 2011 (5605 Wohnungen). Dennoch: Bezahlbarer Wohnraum werde in Berlin zunehmend zur Mangelware, warnen Wohnungsunternehmen.

Für das Jahr 2011 verzeichneten etwa die Mitglieder des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) für Berlin nur noch eine Leerstandsquote von 2,6 Prozent, Tendenz weiterhin sinkend. Demgegenüber steht die stetig wachsende Zahl der Haushalte. Bis 2030 rechnet der Berliner Senat mit einer Bevölkerungszunahme von rund 250.000 Personen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung geht davon aus, dass Berlin in den kommenden zwölf Jahren einen Bedarf von 122.000 neu zu bauenden Wohnungen hat. In Brandenburg sei die Bevölkerungsentwicklung zwar insgesamt rückläufig, so der BBU, in den Berliner Umlandgemeinden nähert sich die Leerstandsquote jedoch der Metropole an, lag zuletzt bei nur drei Prozent.

„Die BBU-Mitgliedsunternehmen stellen sich ihrer Verantwortung, die Menschen in Berlin und dem Umland mit ausreichend bezahlbarem Wohnraum zu versorgen, und planen zahlreiche Bauvorhaben in den nächsten Jahren. Einige Unternehmen haben sogar komplette Neubauprogramme vorgestellt“, so BBU- Vorstandsmitglied Maren Kern. Die Berliner Degewo plane etwa den Neubau von rund 1500 Wohnungen.

Nachfrage führt zu Bauboom

Doch nicht nur die städtischen Unternehmen bauen in Berlin, auch kleine Unternehmen wie zum Beispiel die Wohnungsbaugenossenschaft Wilhelmsruh eG (Bestand rund 2500 Wohnungen) leisten ihren Beitrag. Nach über 25 Jahren legte die Genossenschaft im vergangenen Monat den Grundstein für zehn Mietwohnungen. Maren Kern: „Aktuell sind beispielsweise auch noch die Howoge, die Wohnungsgenossenschaften WGLi in Lichtenberg, die Märkische Scholle, der Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick eG, die Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain und weitere in Sachen Neubau unterwegs. Unsere Mitgliedsunternehmen stellen sich damit aktiv den Herausforderungen im Mietwohnungsneubau.“

Die starke Nachfrage nach Wohnraum hat dazu geführt, dass Projekte, die seit Jahren auf Eis liegen, in Angriff genommen werden. Prominentestes Beispiel: das seit dem Jahr 2000 geplante Hochhaus am Alexanderplatz. In dem 150 Meter hohen Turm sollten ursprünglich überwiegend Büros entstehen. Doch angesichts der Nachfrage nach Wohnungen hat der Projektentwickler Hines umgeplant: Nunmehr soll der 150-Meter-Turm hauptsächlich Wohnungen enthalten. Experten gehen davon aus, dass die Miet- und Kaufpreise am Berliner Wohnungsmarkt auch weiter deutlich anziehen. Nach einer Analyse der Feri Euro Rating Services werden die Mieten in den kommenden drei Jahren in Berlin um 8,2 Prozent steigen, die Kaufpreise um acht Prozent.