Ein 16 Jahre alter Schüler, der nach schwerem Alkoholmissbrauch einen Monat lang im Koma lag, ist in der Nacht zum Donnerstag in einem Berliner Krankenhaus gestorben. Der Jugendliche war in einem Lokal Ende Februar mit 4,8 Promille zusammengebrochen. Die Todesursache soll jetzt durch eine Obduktion geklärt werden. Ermittelt wird, ob andere Lokalbesucher oder der Wirt für den Tod des 16-Jährigen mitverantwortlich sind, weil sie ihn nicht vom Trinken abgehalten haben.

Der Wirt des Lokals, Aytac G. (26) berichtete der "Berliner Morgenpost", dass der ihm seit langer Zeit bekannte Lukas am frühen Morgen gegen 4 Uhr erschienen sei, um Freunde abzuholen, die dort an einer geschlossenen Gesellschaft teilgenommen hatten. "Wir waren gerade mit Reinigungsarbeiten beschäftigt, als er bei uns ankam. Er prahlte damit, bereits in einer Diskothek am Potsdamer Platz viel Alkohol getrunken zu haben." Der Jugendliche habe noch ein Bier bestellt, habe dann allerdings den Kopf auf den Tresen gelegt und sei eingeschlafen. "Ich habe noch angeordnet, dass seine Freunde mit ihm nach Hause gehen sollen, anschließend bin ich nach diesem langen Abend selbst in meine Wohnung gefahren."

Doch offenbar verschlechterte sich der Zustand des Jugendlichen derart, dass er sich übergeben musste und in der Folge deshalb auf eine Couch gebracht wurde, um sich zu erholen. Zeugen berichteten später, dass Lukas sich immer wieder erbrechen musste und ob eines Erstickungsanfalls plötzlich blau angelaufen sei. Er wurde von den Anwesenden im Lokal reanimiert und von der Feuerwehr wenig später in ein Krankenhaus transportiert. Dort wurde er auf die Intensivstation eingewiesen.

Schnell waren Gerüchte im Umlauf, wonach Lukas W. in der Bar zu einem Trinkgelage überredet worden sei und anschließend die Kontrolle verloren habe.

Nach Angaben des Senats stellt das sogenannte Komasaufen unter Jugendlichen immer mehr ein großes Problem dar. So wurden wegen akuter Alkoholvergiftung im Jahr 2005 insgesamt 274 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 20 Jahren stationär in Krankenhäusern behandelt. Der erste Kontakt mit Alkohol beginne oft bereits mit elf Jahren.