In Berlin vergeht derzeit offenbar kein Tag, ohne dass irgendwer eine Waffe zieht und auf andere Menschen schießt – so auch in der Nacht zu Donnerstag. Diesmal wurde in Kreuzberg auf der Dudenstraße abgedrückt. Ein 37-Jähriger, der zuvor eine Bar verlassen haben soll, wurde gegen 3.30 Uhr davor von einer oder mehreren Kugeln getroffen, teilten Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft am Vormittag mit.
Vom Schützen fehlt bis jetzt jede Spur. „Die unbekannte Person konnte flüchten“, heißt es weiter. „Bekannte des Verletzten brachten ihn in ein Krankenhaus. Lebensgefahr soll nach derzeitigen Erkenntnissen nicht bestehen.“ Die Berliner Polizei informierte bereits am Donnerstagmorgen über ihre Social-Media-Kanäle über den Vorfall.
Gegen 4 Uhr sollen auf der Dudenstraße in #Kreuzberg mehrere Schüsse auf einen 37-j. Mann vor einem Lokal abgegeben worden sein. Der Mann wurde verletzt und befindet sich derzeit in einem Krankenhaus. Unsere #Moko ermittelt.
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) 30. Oktober 2025
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Die Hintergründe der Attacke sind bislang offenbar noch nicht bekannt, die Ermittlungen der 3. Mordkommission beim Landeskriminalamt (LKA) würden andauern, heißt es weiter. Die Behörden gehen aktuell von einem versuchten Tötungsdelikt aus.
Am Montag Schüsse in Zehlendorf: Wer hat dunklen Peugeot 208 gesehen?
In jüngster Zeit haben sich Schüsse in Berlin gehäuft. Zuletzt wurde am Montagmorgen um kurz vor acht Uhr auf einen Wagen an der Potsdamer Chaussee in Zehlendorf gefeuert. Der 34 Jahre alte Fahrer wurde getroffen und ins Krankenhaus gebracht. Die Schützen sollen „mit stark überhöhter“ Geschwindigkeit stadteinwärts geflohen sein.

Zeitgleich zur Meldung über die Schüsse in Kreuzberg veröffentlichen Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstagvormittag einen Zeugenaufruf zum Fall in Zehlendorf drei Tage zuvor. Wer am Montagmorgen, 27. Oktober, gegen acht Uhr einen dunklen Peugeot 208 gesehen oder diesen sogar mit einer Dashcam aufgezeichnet hat, möge sich bitte melden. Dabei handele es sich mutmaßlich um das Auto der Schützen, hieß es.
Schüsse auch in Mariendorf und Schöneberg
Die Polizei sucht außerdem aktuell in zwei weiteren, ähnlichen Fällen nach den Tätern. In der vergangenen Woche wurden erst zwei Männer an der Schöneberger Kurfürstenstraße und einen Tag später ein weiterer vor einem Supermarkt in Alt-Mariendorf angeschossen. Letzterer feuerte mutmaßlich zurück, die ersten beiden werden mit Drogen in Verbindung gebracht. Auch in diesen beiden Fällen sind die Täter mit Autos gekommen und schnell wieder geflohen. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist laut Staatsanwaltschaft nicht bekannt, werde aber geprüft.
Die Drogenfahndung beim LKA warnte zuletzt von einer „Durchbewaffnung“ der kriminellen Szene Berlins. Immer häufiger würden bei Durchsuchungen Schusswaffen festgestellt werden – darunter immer wieder auch funtkionstüchtige Sturmgewehre und Maschinenpistolen.


