In Berlin sind in der Nacht zu Dienstag erneut Schüsse gefallen. Dabei wurden zwei Männer durch Kugeln verletzt. Anwohnende der Bülowstraße in Schöneberg haben gegen 2.30 Uhr einen Notruf abgesetzt, nachdem sie Schüsse gehört und ein Auto haben davonfahren sehen, wie die Berliner Polizei am Dienstagmittag mitteilte. Unweit, an der Kurfürstenstraße, seien Einsatz- und Rettungskräfte dann auf zwei Männer, 22 und 23 Jahre alt, mit Schussverletzungen gestoßen.

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Es handelte sich dabei offenbar um eine Auseinandersetzung im Drogenmilieu. Zumindest seien Drogen gefunden worden, heißt es. Der Pkw, ein dunkler Kombi mit Erfurter Kennzeichen, wurde wenig später an der Ecke Martin-Luther- und Motzstraße sichergestellt. Durch Kugeln waren mehrere Scheiben des Fahrzeugs geborsten. „Der oder die Schützen sollen mit einem anderen Wagen geflohen sein“, schreibt die Polizei.
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Mysteriöses Päckchen unter Transporter – zwei Festnahmen
In der Nähe wurden dafür nach Angaben der Behörde zwei 21-Jährige festgenommen, „die sich nach derzeitigem Kenntnisstand zuvor in dem beschossenen Wagen befunden hatten“. Bei ihnen wurden auch die mutmaßlichen Drogen sichergestellt. Diese wurden nach Zeugenangaben unter einem Transporter entdeckt. Ein Anwohner soll beobachtet haben, wie ein Päckchen darunter versteckt wurde, und dann die Polizei darüber informiert haben. Einer der beiden soll dann erfolglos versucht haben, das Paket zu greifen und zu fliehen. Für Tatort-Ermittlungen wurde der Bereich über Stunden abgesperrt.

„Wenn mitten in der Nacht in der Berliner City scharf geschossen wird, ist das leider fast schon trauriger Alltag“, kommentierte Stephan Weh, Berliner Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Weh wertete den Vorfall als „ein erschütterndes Zeichen dafür, wie sehr die Hemmschwelle zur Gewalt gesunken ist“. Dies dürfe nicht zum Normalfall werden.
Der Gewerkschafter forderte in diesem Zusammenhang eine bessere und hochwertigere Schutzausrüstung für die Beamtinnen und Beamten. Die GdP setzt sich bereits länger für neue kugelsichere Westen für die Berliner Polizei ein. Aus den Reihen der Einsatzkräfte gab es zuvor Klagen über Verschmutzung durch das tägliche Tragen sowie den daraus resultierenden Verschleiß. Die Berliner Polizei hat insgesamt rund 26.000 Westen im Einsatz und beschafft jährlich bis zu 400 neue.
Gegend für Straßenstrich, Drogen und Gewalt bekannt
Die Zusammenhänge von Schüssen, Flucht und Drogenfund in Schöneberg in der Nacht zu Freitag sowie zu den Hintergründen der Auseinandersetzung ermittelt nun die Berliner Staatsanwaltschaft und die 4. Mordkommission des Landeskriminalamts. Die Gegend rund um die Kurfürstenstraße ist seit Jahrzehnten als Kriminalitäshotspot bekannt – vor allem im Zusammenhang mit dem offenen Straßenstrich. Viele der Prostituierten sind drogenabhängig, es kommt immer wieder auch zu Gewaltvorfällen.
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Erst im April wurde eine 33-Jährige von einem zehn Jahre älteren Mann mitten auf der Kurfürstenstraße mit einer Eisenstange fast zu Tode geprügelt. Ihr Peiniger schlug und trat mehrfach auf die Frau ein, auch als sie bereits am Boden lag. Nur durch eine Notoperation im Krankenhaus konnte ihr Leben gerettet werden. Hilfsorganisationen sprechen davon, dass Überfälle oder sexuelle Übergriffe zum Alltag der Frauen gehören, die selbst oft Opfer von Menschenhandel geworden sind.








