Ein Protestzug von Rechtsextremen mit rund 60 Teilnehmern ist am Samstag durch Friedrichshain gezogen. An mehreren Orten entlang der Umzugsstrecke hatten sich insgesamt etwa 2500 bis 3000 Gegendemonstranten versammelt. Zunächst verzögerten sie den Start des Protests der Rechten mit Sitzblockaden. Nachdem die Polizei diese aufgelöst hatte, lief der Protestzug am Ostkreuz los.
An der Kreuzung Frankfurter Allee beendete der Veranstalter schließlich in Abstimmung mit der Polizei vorzeitig die Demonstration, weil sich großer Gegenprotest formiert hatte. Eigentlich sollte die rechtsextreme Demo bis nach Lichtenberg ziehen. Die Polizei sah es als nicht verhältnismäßig an, eine Versammlung mit Hunderten Menschen zu räumen, um den Durchmarsch von wenigen Dutzend Rechtsextremen zu gewährleisten.

Laut den ersten Demo-Planungen sollte der Aufzug mit dem Titel „Für Recht und Ordnung: gegen Linksextremismus und politisch motivierte Gewalt“ unter anderem durch die Rigaer Straße verlaufen, wo ein teilweise besetztes Haus der linksradikalen Szene steht. Das hatten die Behörden aber bereits vor einiger Zeit untersagt.
Morgenpost-Reporter Norman Börner, Sebastian Struwe und Alexander Rothe berichteten über die rechte Demo und die Gegenproteste. Das Protokoll zum Nachlesen.
Rechtsradikale Demo in Friedrichshain – News im Blog: Demo vorzeitig beendet: Polizei eskortiert Rechte zum U-Bahnhof

16.05 Uhr: Die Demo ist vorzeitig vorbei: Die Polizei eskortiert die rechtsextremen Demonstranten zum U-Bahnhof Frankfurter Allee.
„In Abstimmung mit unserer Einsatzleitung hat der Veranstalter des Aufzugs die Versammlung, mit der er vom #Ostkreuz losgezogen ist, an der Kreuzung #FrankfurterAllee selbst beendet. Dort hat sich großer Gegenprotest formiert“, schrieb die Polizei beim Kurznachrichtendienst X.
Die Polizei eskortiert die rechten Demonstranten zum U-Bahnhof Frankfurter Allee. Die Demo ist vorbei. pic.twitter.com/UDNvJ1uyw2
— Sebastian Struwe (@SebastianStruw2) December 14, 2024
Tumult an der Frankfurter Allee
15.45 Uhr: Hundert Meter vom Ringcenter entfernt stehen die rechten Demonstranten immer noch auf einer Wiese. Zeitgleich gibt es einen Tumult an der Frankfurter Allee, wie in einem Video von unserem Reporter Sebastian Struwe zu sehen ist.
Tumult an der Frankfurter Allee. Hundert Meter vom Ringcenter entfernt stehen die rechten Demonstranten auf einer Wiese. Da endet ihr Zug. #berlin pic.twitter.com/pi91hg3OtC
— Sebastian Struwe (@SebastianStruw2) December 14, 2024
Polizei verhandelt über Demo-Abbruch

15.22 Uhr: Die Demo der Rechten steht auf einer Wiese an der Frankfurter Allee. Die Polizei verhandelt über einen möglichen Abbruch. Rechte Teilnehmer sollen zur U-Bahn gebracht werden.
Demo steht an de Frankfurter Allee. Polizei verhandelt über möglichen Abbruch. Rechte Teilnehmer sollen zur U-Bahn gebracht werden. #b1412 pic.twitter.com/1kjSoaaoFL
— Norman Börner (@NormanBoerner) December 14, 2024
Gegendemonstranten wollen Absperrung durchbrechen
15.18 Uhr: In der Gürtelstraße kurz vor der Frankfurter Allee versuchen Gegendemonstranten von rechts eine Absperrung zu stürzen. Der Versuch bleibt erfolglos. Die Polizei setzt Pfefferspray ein.
Böller gezündet und Steine fliegen: Polizei sprüht Pfefferspray gegen linke Demonstranten – Rechter Protest gestoppt

15.10 Uhr: Die Polizei setzt Pfefferspray gegen linke Demonstranten ein. Es werden Böller gezündet, Plastikflaschen und Steine fliegen. Die Polizei stoppt die Rechtsextremen an der Ecke Frankfurter Allee. Die Behörde schrieb beim Kurznachrichtendienst X: „Immer wieder müssen Einsatzkräfte den Gegenprotest zurückdrängen oder verhindern, dass Absperrungen überwunden werden. Hierbei setzten unsere Kolleg. auch einfache körperliche Gewalt und Pfefferspray ein.“
Polizei setzt Pfefferspray gegen die linken Gegendemonstranten ein. pic.twitter.com/Kmacl9Tka8
— Alexander Rothe (@AlexRothe92) December 14, 2024
Rechten-Demo läuft nach Sitzblockade los – Lautstarker Gegenprotest von den Balkonen
14.54 Uhr: Wie die Polizei beim Kurznachrichtendienst X mitteilte, hat sich der Aufzug der Rechten nun in Bewegung gesetzt. Von den Balkonen gibt es verbalen Widerstand, wie Videos zeigen.
Die Rechten haben sich in Bewegung gesetzt. Von den Balkonen gibt es verbalen Widerstand. #berlin pic.twitter.com/ib9gIzJxiA
— Sebastian Struwe (@SebastianStruw2) December 14, 2024
Die rechte Demo läuft wieder. Anwohner zeigen, was sie davon halten. #b1412 pic.twitter.com/GQG82sApyl
— Norman Börner (@NormanBoerner) December 14, 2024
Der rechtsextreme Demo-Zug durch Friedrichshain setzt sich in Bewegung. Von mehreren Balkonen gibt es lautstarken Gegenprotest. pic.twitter.com/ryoTfUAWo6
— Alexander Rothe (@AlexRothe92) December 14, 2024
Linken-Politiker von der Polizei abgeführt
14.49 Uhr: Der Berliner Linken-Politiker Ferat Kocak wird von der Polizei abgeführt. Er hatte sich an der Sitzblockade gegen die rechtsextreme Demo beteiligt.
Der Berliner Linkenpolitiker @der_neukoellner wird von Polizei abgeführt. Er hat sich an Sitzblockade gegen rechtsextreme Demo in #Friedrichshain beteiligt. pic.twitter.com/qewQWZy9UM
— Alexander Rothe (@AlexRothe92) December 14, 2024
Gegendemonstranten drängen sich hinter der Absperrung

14.48 Uhr: Die Polizei hält die Gegendemonstranten an der Neuen Bahnhofstraße Ecke Boxhagener Straße mit Absperrungen zurück.
Berliner Polizei beendet Sitzblockade
14.36 Uhr: Die Polizei löst die Sitzblockade der Gegendemonstranten in der Neuen Bahnhofstraße auf. Teilnehmer beschimpfen in Sprechhören immer wieder die Beamten. Das Video zeigt, wie die Einsatzkräfte Menschen herauszerren.
Gegendemonstranten blockieren die Neue Bahnhofstraße, um die Rechten am Loslaufen zu hindern. Die Polizei löst die Sitzblockade auf. #berlin pic.twitter.com/2kRqaeTaLS
— Sebastian Struwe (@SebastianStruw2) December 14, 2024

Polizei: Bis zu 3000 Gegendemonstranten in Friedrichshain
14.22 Uhr: Den Angaben der Berliner Polizei zufolge haben sich 2500 bis 3000 Gegendemonstranten versammelt. Im Vorfeld waren etwa 1500 erwartet worden.
Polizei will „Spontandemo“ verlegen

14.16 Uhr: Die Polizei kündigt an, die „Spontandemo“ in der neuen Bahnhofstraße mit der Auflage zu versehen, diese auf dem Gehweg fortzusetzen. Sollten die Teilnehmer nicht Folge leisten, würde die Versammlung aufgelöst und Maßnahmen ergriffen, heißt es. Insgesamt sind auf den 15 angezeigten Gegendemos laut Polizei inzwischen 2500 bis 3000 Personen unterwegs.
Politiker macht bei Sitzblockade mit

13.59 Uhr: Unter den Blockierenden ist auch Ferat Kocak, Abgeordneter für Die Linke im Abgeordnetenhaus Berlin.
Sitzblockaden gegen Rechten-Demo

13.57 Uhr: Die rechten Demonstranten sind von allen Seiten von Gegendemonstranten umgeben. Eine Antifa-Gruppe blockiert den Weg der rechten Demo auf der Neuen Bahnhofstraße durch eine Sitzblockade. Zuvor hatten sie eine Polizei-Absperrung durchbrochen. Eine Blockade der Demo-Route der Rechten gibt es auch in der Frankfurter Allee.
Gegendemonstranten durchbrechen Absperrung und starten Sitzblockade an der Kreuzung zur Boxhagener Straße. #b1412 pic.twitter.com/YTFHOyVLgf
— Norman Börner (@NormanBoerner) December 14, 2024
Gegendemonstranten laufen zur Absperrung

13.41 Uhr: Immer mehr Gegendemonstranten werden ungeduldig und laufen über die Lenbachstraße und dann Boxhagener Straße zur Absperrung und Pufferzone vor dem anderen Ende der Rechten-Demo.
Rechte bringen sich in Position für Demo-Start

13.37 Uhr: Die Teilnehmer der rechten Demo haben sich in Position gebracht. Sie tragen einen Banner mit der Aufschrift „Für Recht und Ordnung: Gegen jeden Linksextremismus“. Teilnehmer fotografieren und filmen Pressevertreter. Die neueste Route führt an der Grenze von Friedrichshain und Lichtenberg zur Frankfurter Allee und von dort zum Bahnhof Lichtenberg.
Gegendemo will Demo-Start der Rechten verhindern

13.23 Uhr: Eine Sprecherin der Gegendemo ergreift aus dem Musik-Wagen heraus das Wort. Man wolle die Rechten daran hindern, die Route überhaupt starten zu können.
Rechtsextreme versammeln sich – Polizei sperrt großzügig ab

13.20 Uhr: Am Treffpunkt der Rechtsextremen in der Neuen Bahnhofstraße haben sich inzwischen gut 60 Teilnehmer versammelt. Die Polizei hat das Umfeld großflächig abgesperrt. Auffällig ist die große Zahl der sehr jungen Teilnehmer unter den Rechtsextremen. Eine Teilnehmerin zeigt das Okay-Handzeichen. Das Zeichen wird von extremen Rechten zunehmend als Symbol für white power verwendet.
Zu den Gegenprotesten kann die Polizei derzeit noch keine Zahlen nennen. Aufgrund der Vielzahl der Kundgebungen entlang der Route sei die Übersicht schwierig, so eine Sprecherin der Polizei.
Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegendemonstranten
13.16 Uhr: An der Frankfurter Allee Kreuzung Möllendorffstraße kam es gegen 13.10 Uhr zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegendemonstranten. Diese liefen mehrfach auf die Fahrbahn und wurden von Polizisten zurückgedrängt. Dabei wurden mehrere Gegendemonstranten im Gesicht verletzt, einige bluteten.
— Kiona Higgins (@kionamae17) December 14, 2024
FDP-Politikerin stellt sich dem rechten Aufzug direkt gegenüber

13.14 Uhr: FDP-Politikerin Karoline Preisler, die oft als Einzeldemonstrantin bei pro-palästinensischen Demonstrationen anwesend ist, stellt sich dem rechten Aufzug direkt gegenüber. Als Einzelperson habe sie das Recht, sich den Rechten direkt entgegenzustellen, erklärt sie auf die Frage, warum sie sich nicht beim großen linken Gegenprotest auf der anderen Seite beteiligt. „Der große Protest ist gut sichtbar und hörbar und erfüllt seine Aufgabe. Ich erfülle meine Aufgabe hier.“
Angst ob der Nähe habe sie nicht. „Sie sollten sich vor mir fürchten, denn ich werde ihnen sagen, dass Antisemitismus verachtenswert ist und dass Leute, die Nationalsozialismus verherrlichen, nicht in unserer Gesellschaft geduldet werden.“
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Gegendemonstranten versammeln sich – Polizei richtet Pufferzone ein

12.54 Uhr: Die Gegendemonstranten versammeln sich um kurz vor 13 Uhr am Ostkreuz Ecke Neue Bahnhofstraße. Die Polizei richtet eine etwa 50 Meter lange Pufferzone zwischen rechter Demo und Gegendemonstranten ein. Die Gegendemonstranten rufen unter anderem „Nazis raus!“ und „Ihr habt den Krieg verloren“. Immer wieder wird der antifaschistische Schlachtruf „alerta. alerta, antifacista“ gerufen. Es läuft Technomusik aus den Boxen eines kleinen Musik-Trucks der Gegendemonstranten.
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