Diese Entdeckung hat vor einigen Monaten für reichlich Schlagzeilen gesorgt, weit über Pankow hinaus: Auf einer Sportanlage in der Rennbahnstraße in Weißensee, hinter einer Grundschule, ertüchtigten sich regelmäßig Mitglieder der neonazistischen Kleinstpartei Der III. Weg, beim Boxen in einer bezirklichen Sporthalle. Haben sich ertüchtigt, glaubt man dem Chef des hinter dem Sportkomplex stehenden Vereins TSC Preußen 97, Martin Rutz.

Donnerstag

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Im Gespräch mit der Fachbereichsleitung des Bezirksamts Pankow soll Rutz erklärt haben, die betroffenen Rechtsextremen aus dem Verein verwiesen zu haben. Das sagte Pankows Stadtrat für Schule, Sport und Facility Management, Jörn Pasternack (CDU), auf Morgenpost-Nachfrage. So habe es wiederholt Treffen zwischen Bezirksamt und Vereinschef gegeben, bei denen klargemacht worden sei, dass seitens des Bezirks erwartet wird, dass die entsprechenden Männer nicht weiter auf dem Gelände trainieren können sollten.

Weißensee: Hausverbot aufgrund von Gesinnung nicht möglich

„Es wurde an den Vereinschef appelliert, die besagten Personen aus dem Verein zu entfernen“, sagte Pasternack. Da ein Hausverbot allein aufgrund der politischen Gesinnung rechtlich nicht möglich sei, könne dies nicht angeordnet, sondern der Verein nur aufgefordert werden. Beim jüngsten Treffen in dieser Woche habe Rutz schließlich erklärt, dem nachgekommen zu sein und die Mitgliedschaft der Personen in dem Verein beendet zu haben.

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Pasternack hatte mit der Morgenpost bereits im Oktober gesprochen, auch über diesen Sachverhalt. Er habe geprüft, ob es Möglichkeiten gibt, den Rechtsextremen ein Hausverbot zu erteilen – dies sei jedoch „nicht möglich und auch nicht richtig.“ Ein solches Verbot sei „zum Beispiel beim Zeigen verfassungsfeindlicher Symbole“ umsetzbar. „Ich habe mich auch mit der Senatsverwaltung für Sport verständigt. Es gibt die Sportförderungswürdigkeit. Können wir die anzweifeln und den betroffenen Verein kündigen? Die Rückmeldung lautete: nein“, sagte Pasternack damals. Der Verein halte sich an die Vorgaben. Auch seitens Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD), die er dazu kontaktiert habe, habe es keine Lösungsideen gegeben.

Nazis in Pankow: Sportplatzwarte und Vereine geschult

Der nun offenbar vollzogene Rauswurf könnte die Aufnahme in einen anderen Verein nicht verhindern. „Wenn der Verein die Aufnahme bestätigt, können diese Personen in jeden Verein, in den sie wollen“, sagte Pasternack bei dem Gespräch vor etwa einem Monat. Der Bezirk habe das ihm Mögliche getan und die Pankower Sportplatzwarte geschult, damit die anhand gewisser Symbolik oder Kleidung direkt erkennen, wenn dort Nazis trainieren, um dann das Hausrecht durchsetzen, denn das Zurschaustellen entsprechender Symbole ist verboten. Außerdem seien Sportvereine auf freiwilliger Basis beschult worden. „Ich brauche viele Augen zur Informationsgewinnung. Wenn die im Sportamt Bescheid sagen, können wir tätig werden“, sagte der Stadtrat.

Der Fall in der Rennbahnstraße ist nicht der einzige bekannte, in dem Nazis Sportanlagen im Bezirk nutzen. Auch im Kissingen-Stadion im Ortsteil Pankow und auf dem Panke-Sportplatz in Buch haben sie in Vergangenheit nachweislich trainiert.

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