Dieser Auftritt könnte ein Nachspiel haben. Der Musiker Roger Waters (79) spielte in der letzten Woche zwei Konzerte in der Berliner Mercedes-Benz-Arena (17. und 18. Mai). Dabei soll der Mitgründer der Band "Pink Floyd" in einer Art SS-Uniform mit roter Binde aufgetreten sein. Zudem hat er ein Maschinengewehr in der Hand gehalten und damit Schüsse vorgetäuscht haben. Zudem stehen zwei Männer neben Waters, die Helme tragen, die denen von Wehrmachtssoldaten ähneln. Das zeigt ein Video auf Twitter. Zuerst hatte die "BZ" berichtet.

Wegen dieses Auftritts ermittelt jetzt die Berliner Polizei gegen Waters. Der Vorwurf: Volksverhetzung. Eine Polizeisprecherin sagte gegenüber dieser Redaktion: "Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat den Sachverhalt betreffend ein Strafermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung (§ 140 Absatz 4 StGB) eingeleitet. Der Kontext der auf der Bühne getragenen Kleidung ist geeignet, in einer die Würde der Opfer verletzenden Weise die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft zu billigen, zu verherrlichen oder zu rechtfertigen und dadurch den öffentlichen Frieden zu stören." Es habe Hinweise aus der Bevölkerung gegeben.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Auch in Israel hatte der Waters-Auftritt für Empörung gesorgt. Das israelische Außenministerium warf Waters bereits am Mittwoch vor, er habe vergangene Woche ausgerechnet in Berlin "die Erinnerung an Anne Frank und die sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden beschmutzt".

Waters auch in Israel in der Kritik

Anlass für die Aufregung war, dass während des Konzerts in riesigen roten Buchstaben die Namen getöteter Personen gezeigt wurden: neben dem Namen der während der NS-Zeit ermordeten Anne Frank (1929-1945) auch der Name der palästinensischen Dschasira-Journalistin Schirin Abu Akle. Die Reporterin wurde 2022 bei einem israelischen Militäreinsatz in der Stadt Dschenin im besetzten Westjordanland getötet.

Waters (79) steht unter anderem für seine Nähe zur BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) in der Kritik. Diese ruft zum Boykott des Staates Israel und seiner Güter wegen des Vorgehens gegenüber den Palästinensern auf.

Bei Konzerten ließ Waters Ballons in Schweineform mit einem Davidstern aufsteigen. Bei seinen bisherigen Deutschland-Auftritten gab es das Schwein noch immer – allerdings ohne den Davidstern.

Roger Waters in Berlin - Lesen Sie auch:

dw/dpa