Kunstprojekt

„Wald des schlechten Gewissens“: Kunst für CO2-Kompensation

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Miriam Schaptke
Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin, und der Künstler Andreas Greiner pflanzen bei der Eröffnung des Kunstprojekts „Der Wald des schlechten Gewissens“ einen Baum.

Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin, und der Künstler Andreas Greiner pflanzen bei der Eröffnung des Kunstprojekts „Der Wald des schlechten Gewissens“ einen Baum.

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE Foto Services

500 Bäume als Ausweg aus der „CO2-Sackgasse“: Ein Kunstprojekt hofft auf Unterstützung durch Berliner Kulturinstitutionen.

Berlin.  Es sind kleine Eichen, Kiefern, Buchen, Weißtannen und Feldahorne, die in mehreren Holz-Pflanzkästen stecken. „Der Wald des schlechten Gewissens“ heißt das Kunstprojekt von dem Künstler Andreas Greiner und dem Architekten Takafumi Tsukamoto, das im Rahmen der „Floating University“ entstanden ist. Ziel ist es, in der neuentstandenen Baumschule 500 Bäume zu ziehen, die dann in den ehemaligen Rieselfeldern im Nordosten Berlins ausgepflanzt werden. So soll der, durch 100 Jahre Berliner Abwasserwirtschaft vergiftete und unfruchtbar gemachte Landstrich wieder begrünt werden.

Doch bevor es so weit ist, dürfen die kleinen Bäume über drei Jahre im Schutz der Baumschule der „Floating University“ wachsen. Pro Baum ist ein Kostenaufwand von 300 Euro veranschlagt. Dafür sind die Künstler angewiesen auf finanzielle Unterstützung durch Berliner Kulturinstitutionen.

„Der Kulturbetrieb ist eine CO2-Sackgasse“

Am Mittwochnachmittag waren Nina Schallenberg, die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und Matthias Pees, Intendant der Berliner Festspiele sowie Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin, zur Eröffnung der Baumschule gekommen. Gemeinsam pflanzten sie eine kleine Birke. „Ein sehr überzeugendes Projekt, das ich in der Stiftung vorschlagen werde, um beispielsweise den CO2-Ausstoß von Ausstellungsprojekten zu kompensieren“, so Schallenberger begeistert und auch Pees versprach: „Wir setzen uns intensiv damit auseinander, wie wir dieses Projekt unterstützen können.“ Auch van Dülmen plant das Baum-Projekt durch direkte Kooperationen zu fördern.

Einer der ausgewachsenen Bäume kompensiere 500 Kilogramm CO2, so Greiner. „Der Kulturbetrieb ist eine CO2-Sackgasse“, so Benjamin Foerster-Baldenius. „Der Wald des schlechten Gewissens“ soll ein Ausweg sein.

Das Kunstprojekt ist ein Teil des Festivals „reEDOcate-me!: Ein postfossiler Themenpark“, welches zwischen dem 14. und 23. Oktober stattfindet. Unter anderem soll der Wald auch eine Kompensation für den CO2 Verbrauch des Festivals leisten.

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