Nur wenige Bezirke in Berlin sind in der öffentlichen Wahrnehmung so profiliert, wenn es um Erhalt und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum geht, wie Friedrichshain-Kreuzberg. Das liegt auch an einem Bezirksamt, das sich parteiübergreifend in dieser Problematik engagiert. Es gibt einen Baustadtrat, der in Talkshows geht und dessen Meinung in der „Tagesschau“ abgefragt wird. So viel Angriffslust halten manche für beispielhaft, andere verstehen es als anmaßend, Bauprojekte und Wohnraumverkauf auf ihre Verträglichkeit abzuklopfen und sich Bauinvestoren in den Weg zu stellen. In einer Zeit, wo Wohnungen in Berlin so dringend gebraucht werden.

In dieser Diskussion hat das Umwelt- und Naturschutzamt des Bezirks jetzt einen neuen Impuls gesendet. Mit der Veröffentlichung einer Stadtnaturkarte, die mit dem Naturschutzbund Deutschland entstand, öffnet es den Bürgern eine für viele ganz unbekannte Perspektive auf ihr unmittelbares Lebensumfeld.

Da zeigt sich der am dichtesten besiedelte Bezirk überraschend als Ort zahlreicher Naturdenkmäler, da sind im einstigen Arbeiterkiez fantasievoll komponierte grüne Innenhöfe markiert, da kehren Tierarten in Nischen und Biotope zurück, in denen Natur einfach Natur sein darf und ungehindert von Menschenhand sprießt. Am Ende zeigt diese Veröffentlichung einen Status quo, der Friedrichshain-Kreuzberg lebenswert macht. Sie ist eine Hilfestellung in der Frage, was wir angesichts wachsenden Zuzugs erhalten wollen.

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