Der Görlitzer Park soll in Zukunft nicht nur ein Park für bestimmte Gruppen, sondern ein Park für alle sein. Das erklärte Kreuzbergs Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne) bei einem Rundgang durch den Kreuzberger Park am Mittwoch. Um das zu erreichen ist vom Bezirk einiges geplant. Seit Mai werden zum Beispiel jeden Tag alle Mülleimer im Park entleert und der Park gereinigt, so Panhoff. Insgesamt wird die Reinigung des Görlis den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg 95.000 Euro in diesem Jahr kosten, das sind 25.000 Euro mehr als im Vorjahr. Das Budget für Parkreinigungen im gesamten Bezirk umfasst jährlich 500.000 Euro.
Geplant ist zusätzlich ein Parkmanager, der ab 2016 ein Büro direkt auf dem Gelände beim Café Edelweiss beziehen soll. Dieser Parkmanager soll „den Organismus Görlitzer Park besser in den Griff bekommen“, sagte Panhoff der Berliner Morgenpost. Er soll mehrere Sprachen sprechen um bei Streitereien im Park schlichten zu können, ein Ansprechpartner für Anwohner und Akteure sein und sich so um die Belange des Görlis kümmern. Kostenpunkt der Stelle: 70.000 bis 80.000 Euro im Jahr.
„Parkläufer“ sollen für Ordnung sorgen
Erwünscht sind außerdem zwei Parkläufer, die durch den Park gehen und für Ordnung sorgen, ohne dass die Polizei oder das Ordnungsamt hinzugerufen werden müssen. Doch für diese Parkläufer gäbe es momentan kein Budget, sagte Bezirkssprecher Sascha Langenbach der Berliner Morgenpost. Die Budgetverhandlungen mit dem Senat hierzu laufen jedoch, so Langenbach weiter.
Besonders diese Parkläufer hält Lorenz Rollhäuser, Parkanwohner und Mitglied der Anwohnerinitiative Görlitzer Park, für wichtig. Rollhäuser freut sich, dass der Park seit einem Monat sauberer gehalten wird. Auch dass ein Parkmanager eingestellt werden soll, sieht er als positiv. „Aber wie viel kann eine Person bewirken? Wir brauchen jemanden, der besonders am späten Abend da ist, den man ansprechen kann, wenn mal wieder zu laut Musik gespielt wird, oder so“, sagt Rollhäuser. Dass der Görlitzer Park jemals „zu ordentlich“ werden könnte, auf dass er seinen Geist verliere, befürchtet Rollhäuser nicht.
Lange Zeit galt die Grünfläche in Kreuzberg als „Problempark“, sie wird sogar als Drogenumschlagplatz in Stadtführern beschrieben. Seit dem 1. April ist der Görlitzer Park aber offiziell eine drogenfreie Zone. Wer hier nur einen Krümmel Drogen mit sich führt, macht sich strafbar. Zwar wird rund um den Park immer noch gedealt, aber an den Eingängen stehen Drogendealer nicht mehr Spalier. Damit sich die Lage weiter entspannt und da viele der Dealer aus Westafrika stammen, wird laut Langenbach über ein soziales Angebot für Afrikaner diskutiert.





