Drogenhandel

Warum der Görlitzer Park ein Problem-Park ist

Seit Monaten versucht die Berliner Polizei vergeblich, den Drogenhandel im Görlitzer Park zu bekämpfen. Landschaftsarchitekt Marek Langner zeigt der Morgenpost die Schwachstellen am „Görli“.

Foto: Steffen Pletl

Der Görlitzer Park beschäftigt die Stadt. Seit Monaten versucht die Polizei vergeblich, mit einem strengeren Kontrollsystem den Drogenhandel zu bekämpfen. Jetzt will Innensenator Frank Henkel (CDU) mit einer Task-Force für eine Lösung sorgen. Auch beim Polizeipräsidenten arbeiten schon Experten an Verbesserungsvorschlägen – darunter eine Landschaftsarchitektin.

Das Landschaftsarchitekturbüro Mettler hat diese Aufgabe bereits gemeistert. Architekt Marek Langner hat in Mönchengladbach einen Problem-Park neu gestaltet und verwandelt. Bei einem Spaziergang durch den Görlitzer Park zeigt er dem Reporter der Berliner Morgenpost, welche landschaftlichen Veränderungen nötig wären, um das auch für den „Görli“ zu erreichen.

Die Kosten für die Maßnahmen beliefen sich auf zwei Millionen Euro, man könne aber auch schnell acht Millionen verbauen, sagt der Architekt. Sein Urteil über die schwierige Kreuzberger Grünfläche: „Es ist ein erbärmlicher Anblick.“

Unübersichtliche Eingänge

Entlang der Wiener Straße gibt es nur kleine, unübersichtliche Eingänge in den Görlitzer Park. Von der Straße aus lässt sich nicht in die Grünfläche hineinschauen. Direkt hinter den Eingängen – sowohl an der Wiener Straße, aber überwiegend auf der Parkseite entlang der Görlitzer Straße – stehen Drogendealer versteckt hinter den Mauern, die den Park abgrenzen. Landschaftsarchitekt Marek Langner (Foto) kritisiert die mangelnde Transparenz.

Enge Seitenwege

Viele Wege im Park sind zu schmal. Nur die Haupttangenten sind großzügig angelegt. Dort treffen Radfahrer, Fußgänger, Mütter und Väter mit Kinderwagen aufeinander. Langner schlägt ein verbessertes Wege- und Erschließungssystems vor.

Kein Überblick über den Park

„Es ist ein erbärmlicher Anblick“, sagt der Landschaftsarchitekt. Er meint den Hügel und den Trampelpfad durch Hecken an der Wiener Straße. Die riesigen, mit Hecken zugewucherten Strecken versperren den Blick in den Park. Der Trampelpfad in den Park gleicht einer Müllkippe.

Zu dichter Pflanzenbewuchs

Die bestehenden Grünflächen müssen ausgelichtet werden, damit keine Angsträume (Räume, die dunkel und unordentlich sind) bleiben. Auch sind die dicht bewachsenen, kleinteiligen Flächen schlechter zu reinigen als großzügig bepflanzte Flächen. Sauberkeit und Ordnung signalisieren den Besuchern, dass es Kontrollen gibt, das sagen auch die Experten des Landeskriminalamts.

Fehlende Beleuchtung

Der Görlitzer Park sollte ein einheitliches Beleuchtungskonzept erhalten, sagt Langner. Die städtebauliche Kriminalprävention des Landeskriminalamtes führt an: Die Beleuchtung sollte funktionieren, eine gleichmäßige Ausleuchtung gewährleisten und so aufgestellt sein, dass sie nicht durch Bäume beeinträchtigt wird.