Die Berliner Polizei und ein Mitarbeiter eines Tierschutzvereins haben am Montag auf der Friedrichshainer Oberbaumbrücke acht Hundewelpen beschlagnahmt. Ein offenbar alkoholisierter Bettler hatte die Tiere zur Schau gestellt und mit ihnen um Geld gebettelt. Er wollte die kleinen Pitbull-Labrador-Mischlinge für jeweils zehn Euro verkaufen.

Die Welpen lagen in in einem verdreckten Pappkarton in der Zugluft und wurden von Passanten ständig angefasst - purer Stress für die kleinen Tiere, die erst zwei Wochen alt sein sollen. Nach dem deutschen Tierschutzgesetz ist es verboten, Tiere zum Gelderwerb auf der Straße zur Schau zu stellen.

Passanten behindern Rettungsaktion

Passanten hatten die Polizei und das Deutsche Tierschutzbüro alarmiert. Als die Helfer die acht Hunde in die Tiersammelstelle Hohenschönhausen transportieren wollte, schalteten sich jedoch mehrere Personen ein, die dem illegalen Verkäufer zur Hilfe kommen wollten. Augenscheinlich erkannten sie nicht, dass die Beamten und der Tierschützer zum Wohle der Welpen handelten.

Vielmehr pöbelten sie die Helfer an, während der nicht Deutsch sprechende Bettler laut um Hilfe und „My Babies“ rief. Der Mann, der einen französischen Pass besitzen soll, muss sich nun einer Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten.

Wie Stefan Klippstein vom Deutschen Tierschutzbüro sagte, komme es sehr häufig vor, dass kriminelle Tierhändler kranke und viel zu junge Tiere verkauften. Wenn sie dann erwischt würden, beriefen sie sich auf ihre große Tierliebe und dass man ihnen die Welpen deswegen nicht wegnehmen könne. Das Wohl der Tiere sei diesen Menschen allerdings total egal, sagte Klippstein.

Der Berliner Tierschutzverein empfiehlt, generell keine Tiere auf der Straße oder auf Märkten von zweifelhaften Händler zu kaufen. Oftmals seien die Hunde und Katzen viel zu jung, unter unhaltbaren Umständen gezüchtet, krank und nicht geimpft. Viele Tiere überlebten erst gar nicht.

mim