Berlin-Kreuzberg

An der Friedrichstraße entsteht ein neues Kreativquartier

Am Kreuzberger Blumengroßmarkt soll ein neues Kreativzentrum entstehen. Den Anfang wird ab 2015 das „Frizz23“-Gebäude in der Friedrichstraße machen, in dem sich Künstler und Architekten arbeiten sollen.

Foto: Deadline Architekten

Im Umfeld des Jüdischen Museums in Berlin-Kreuzberg, am einstigen Blumengroßmarkt, entsteht ein neues kreatives Quartier. Drei Grundstücke, die bislang der Berliner Großmarkt GmbH gehört hatten, werden bebaut. Den Auftakt macht das Projekt Frizz23 an der Friedrichstraße 23. Der Kaufvertrag für das 2400 Quadratmeter große Areal ist am 28. Januar 2014 unterzeichnet worden.

Rund 6200 Quadratmeter Nutzfläche wird das Gebäude bieten. Der Vertrag schreibt vor, dass etwa 30 Prozent für Bildung zur Verfügung stehen sollen und weitere 30 Prozent für Kunst und Kreativwirtschaft. "Diese Mischung halten wir ein", sagte Britta Jürgens von Deadline Architekten, dem Projektentwickler. Der gemeinnützige Bildungsträger "Forum Berufsbildung" wird Schulungen und Kurse anbieten. Drei Schriftsteller und ein Pianist richten sich Studios ein. Ein Architekturbüro und Künstlerateliers sind geplant, außerdem ein Gästehaus mit 14 Minilofts, eine kleine Markthalle und ein Café. 70 Prozent der Fläche seien vergeben, sagte Architektin Jürgens. "Bis jetzt ist es eine supernette Gruppe." Weitere Nutzer werden gesucht. Jetzt beginnt die Detailplanung für die Baugenehmigung. 2015 soll Baubeginn sein. Die Gesamtinvestition liegt bei 15 Millionen Euro.

Nutzungskonzept überzeugte Berliner Liegenschaftsfonds

Der Liegenschaftsfonds und die Großmarkt GmbH hatten das Grundstück nach einer Ausschreibung vergeben. Ausschlaggebend war das Konzept, das am Besten in die Umgebung passt und die südliche Friedrichstadt stärkt.

Gescheitert ist ein anderes Grundstücksgeschäft in Kreuzberg: der Verkauf des fünf Hektar großen Dragoner-Areals am Mehringdamm, hinter dem Rathaus Kreuzberg. Die ABR German Real Estate erwarb die Fläche Ende 2012 für 31 Millionen Euro von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Im Januar 2014 gab das Unternehmen bekannt, dass der Kaufvertrag nicht realisiert werde.

Die Bima hatte das Grundstück an den Meistbietenden vergeben. Die Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg fordern nun, dass die Fläche an einen Bewerber mit gutem Konzept geht, oder an eine städtische Wohnungsgesellschaft.

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