Es gibt sicherlich inzwischen Berliner Kieze, in denen es den Anwohnern schwer fällt, sich über die vielen Menschen aus aller Welt, die 52 Wochen im Jahr in unsere Stadt strömen, noch zu freuen. Nächtlicher Lärm, zugeparkte Wohnstraßen, betrunkenes Partyvolk, das alles kann zugegebenermaßen nerven und einem die eigene Wohnung vermiesen.

Aber ist ein Verbot von Hotels die Lösung? Sicherlich nicht. Das Rigorose, Grundsätzliche des Antrags der Grünen spricht gegen ihn. In allgemeinen Wohngebieten sollen gar keine Hotels und Hostels mehr zugelassen werden, in Mischgebieten nur dann, wenn der Hotelier nachweisen kann, dass die Erschließung seines Betriebs die Umgebung nicht stört. Das bedeutet aber letztlich ein Verbot auch dort, denn einen so umfassenden Nachweis kann niemand liefern.

Weiter wird in dem Antrag moniert, dass sich durch Touristen die Nachfrage in der örtlichen Infrastruktur ändert und damit irgendwann auch das Angebot. Dahinter steckt der Wunsch, dass sich im Kiez möglichst nichts wandelt. Wir kennen diese Grundhaltung auch aus anderen Diskussionen, etwa in der Stadtplanung.

Berlin verändert sich, Friedrichshain-Kreuzberg ganz besonders. Diese Prozesse bringen Verwerfungen mit sich, die auf Kritik und Widerstand stoßen. Darüber müssen wir sprechen, darum müssen sich Politiker kümmern. Aber doch bitte nicht mit Verboten. Wildwuchs bekämpfe ich nicht, indem ich den ganzen Baum fälle. Touristen tun unserer Stadt gut. Wir sollten sie weiterhin willkommen heißen. In allen Bezirken.

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