Flüchtlinge

Situation in besetzter Kreuzberger Schule soll besser werden

Die hygienischen Verhältnisse in der von Flüchtlingen und Obdachlosen bewohnten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg sind katastrophal. Ein Komitee soll nun die Lage verbessern helfen.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Die Flüchtlinge in einem besetzten Gebäude der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg wollen sich in der nächsten Zeit gemeinsam mit dem Bezirk darum kümmern, dass sich die hygienischen Zustände an der Ohlauer/Ecke Reichenberger Straße verbessern. Bei einem Krisentreffen am Freitagabend hätten die Bewohner der Gründung eines gemeinsamen Komitees zugestimmt, berichtete Bezirksstadtrat Hans Panhoff (Grüne) am Sonnabend im RBB-Inforadio.

„Wir wollen das Haus in einem Zustand halten, dass es nicht kaputtgeht“, sagte Panhoff weiter. Bei dem Treffen sei deutlich geworden, dass etwa die politischen Forderungen der Flüchtlinge, etwa nach Aufhebung der Residenzpflicht, von den praktischen Fragen getrennt werden müssten. Dafür sei nun „ein Einstieg“ gefunden worden, sagte Panhoff. In dem Komitee sollen alle im Haus lebenden Gruppen vertreten sein. Neben Flüchtlingen vor allem aus Afrika haben dort auch viele Obdachlose aus Osteuropa Unterschlupf gefunden.

Im Dezember 2012 war das leer stehende Gebäude mit Einverständnis des Bezirksamtes von Flüchtlingen besetzt worden, sollte aber im März dieses Jahres wieder frei gemacht und von verschiedenen Projektgruppen genutzt werden. Doch die Besetzer weigerten sich, das Haus wieder zu verlassen.

Insbesondere die hygienischen Verhältnisse für die etwa 250 dort lebenden Menschen sind inzwischen katastrophal. Viele Toiletten sind defekt, es gibt kaum Wasch- und nur provisorische Kochmöglichkeiten. Die Umwandlung in ein Projekthaus solle weiter angegangen werden, versprach Hans Panhoff. Dafür solle das Gremium eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Projektgruppen organisieren.

Flüchtlinge hatten das leer stehende Gebäude im Dezember 2012 mit dem Einverständnis des Bezirks in Eigenregie bezogen. Zuvor hatten sie wochenlang am Oranienplatz und am Brandenburger Tor campiert.