Am Sonntag will der Maler Kani Alavi gemeinsam mit anderen Künstlern die East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain in ganzer Länge verhüllen. Damit wolle man Touristen und Politiker auf die aktuelle Situation aufmerksam machen, sagte Alavi, der auch Chef der Künstlerinitiative East Side Gallery ist. Die Aktion sei als Protest gegen die Bauvorhaben hinter der denkmalgeschützten Mauer zu verstehen. Das Bündnis „East Side Gallery retten“ beteiligt sich.
Am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, sollen die Bilder der 1,3 Kilometer langen Open-Air-Galerie mit weißem Papier abgedeckt werden. „Wir verwenden Klebeband, sodass die Kunstwerke nicht beschädigt werden“, sagte Alavi. Passanten seien eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen. Er habe das Vorhaben bei der Polizei angekündigt.
„Wir wollen sehen, wie die Menschen reagieren, wenn die Bilder nicht mehr sichtbar sind.“ Alavi möchte, dass die weltberühmten Kunstwerke für eine oder sogar zwei Wochen komplett verdeckt bleiben. Bedenken dagegen hat die Marketing-Gesellschaft Visit Berlin. „Die Auseinandersetzung um die Bauprojekte sollte nicht auf Kosten der Touristen ausgetragen werden“, sagte Geschäftsführer Burkhard Kieker.
Kani Alavi kritisiert, dass im Zuge der Neubauten ein Teil des Mauersockels auf der Rückseite asphaltiert werden soll, für Autos, die vom Grundstück fahren. Dagegen wendet sich auch das Bezirksamt. „Das ist nicht mit dem Denkmalschutz vereinbar“, sagte Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne).
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