Für Umkleide- und Sanitärcontainer müssen am Heizkraftwerk Charlottenburg entlang des Spressbords zehn Rosskastanien weichen, obwohl der Bezirk das ausdrücklich ablehnt. Die Berliner Energie und Wärme (BEW) bezieht sich auf die Genehmigung einer Berliner Landesbehörde für Arbeitsschutz und begann am Donnerstag mit dem Fällen. Bis der Bezirk die Polizei einschaltete.

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Nicht die Bäume allein machen den Skandal aus, sondern dass Bezirk, Landesbehörden und landeseigenes Unternehmen offenbar gegeneinander arbeiten. Der Bezirk lehnt die Fällung ab, schlägt Alternativen vor, die Rechtslage bleibt zumindest umstritten – und trotzdem wird zur Säge gegriffen. Es entsteht der Eindruck, die BEW wollte Tatsachen schaffen, bevor die Debatte weiter Fahrt aufnimmt.

Bäume am Spreebord gefällt: Beteiligung und Einwände zählen nicht

Die Baustelle gilt als Megaprojekt. Über 1000 Arbeiter sollen zu Spitzenzeiten vor Ort sein. Die Umrüstung des denkmalgeschützten Kraftwerks unter beengten Bedingungen ist beim Blick in die Unterlagen ein Genehmigungsmonster. Der Druck auf das landeseigene Unternehmen dürfte groß sein. Bis 2028 sollen die neuen Gasturbinen laufen. 750 Millionen Euro kostet das Vorhaben.

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Die BEW weist darauf hin, dass der Umbau ein zentraler Baustein für Kohleausstieg und Wärmewende sei. Dass gefällte Bäume aber einen Aufschrei auslösen, gerade wenn es um Klimaschutz geht, konnte niemanden überraschen. Die Debatten über Windkraftanlagen im Wald zeigen das seit Jahren. So bleibt der Eindruck, dass die BEW genau diese Diskussion verkürzen wollte. Der Schaden lässt sich damit nicht nur in gefällten Kastanien messen. Er liegt in der Botschaft an die Stadt, dass Beteiligung und Einwände wenig zählen, wenn anderswo längst entschieden wurde, dass es schnell gehen soll.