Die Weihnachtsbeleuchtung für den Kurfürstendamm ist doch noch nicht in trockenen Tüchern. „Wir sind optimistisch, aber die Finanzierung ist noch lange nicht durch“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft City (AG City) Uwe Timm. Die Ankündigung von Geschäftsstellenleiter Ronald Sedlatzek im Newsletter der Standortgemeinschaft, die die Kudamm-Beleuchtung organisiert, sei vielmehr eine „Handlungsaufforderung“ gewesen, als eine Garantie für einen weihnachtlich leuchtenden Boulevard.

In der Mitteilung der AG City im August hatte es noch geheißen, es werde eine Weihnachtsbeleuchtung geben. „Wie groß und wie umfangreich sie sein wird, lässt sich heute noch nicht sagen – aber sie wird kommen“, teilte Sedlatzek mit. Ein Selbstläufer ist das aber nicht. „Wir sind auf Sponsoren angewiesen“, betont Timm. Richtig sei, dass man in diesem Jahr allerdings weiter als im Jahr zuvor ist, als die Standortgemeinschaft lange noch auf eine Unterstützung der Politik gehofft hatte. Die werde es aber erneut nicht geben.

Weihnachtsbeleuchtung in der City West: Patenschaften für Finanzierung

Die AG City habe daher ein Modell entwickelt, wie Unternehmen und Privatleute sich beteiligen können. So sollen in diesem Jahr Patenschaften für einzelnen Lampen und Bäume ermöglicht werden. Im Rahmen eines Online-Shops können Interessierte nach der Freischaltung des Portals einzelnen Lämpchen oder ganze Bäume „erwerben“. Das Ganze soll wie der Erwerb von Online-Tickets für eine Veranstaltung funktionieren. Heißt: Der Käufer zahlt für seine Patenschaft und im Gegenzug gibt es ein Zertifikat, das dies nachweist. Timm hofft, dass Unternehmen eine solche Patenschaft als Weihnachtsgeschenke an ihre Kunden vergeben könnten.

Wir haben es bisher in jedem Jahr geschafft.

Uwe Timm
Uwe Timm , Vorstandsvorsitzender der AG City

Darüber hinaus habe man Sponsorenpakete geschnürt, die es Firmen ermöglichen soll, das Vorhaben zu unterstützen. Gegen eine Beteiligung gibt es beispielsweise Werbepakete zu erwerben, bei denen das Unternehmen als Unterstützer der weihnachtlichen Beleuchtung genannt oder sogar im Rahmen der Lichtinstallation prominent dargestellt wird. Diese Unterstützung sei notwendig. „Es sollte nicht der Eindruck entstehen, wir bräuchten keine Spenden mehr. Im Gegenteil. Ohne die wird es schwer“, bemerkt Timm.

Weihnachtslichter am Kudamm: Wieso ein Instrument zur Finanzierung noch Zeit braucht

Eine langfristige Lösung soll einmal das sogenannte „Business Improvement District“ (BID) sein. So zahlten zwischen 2018 und 2023 die Eigentümer der Gewerbeimmobilien verbindlich in einen Topf für Verschönerungsmaßnahmen zwischen Kudamm und Tauentzien ein. In einem BID könnten sie künftig auch verpflichtet werden, für die Weihnachtslichter zu zahlen. Im Sommer 2023 lief das Programm aber aufgrund einer Gesetzesänderung aus. Inzwischen gibt es eine Novelle, aber eine Umsetzung braucht noch Zeit.

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„Wir sind schon relativ weit. Aber wir sind noch nicht handlungsfähig“, sagt Timm. Die erforderliche Quote von 15 Prozent Zustimmung unter den Eigentümer sei bereits erreicht. Bis zum Jahresende soll das Konzept, mit dem Verbesserungen zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße finanziert werden sollen, eingereicht werden. Zwischen diesen beiden Punkten könnte 2026 so auch die Weihnachtsbeleuchtung finanziert werden. „Für den Rest müssen wir aber noch eine Lösung finden“, bemerkt Timm.

Genau wie für die Umsetzung in diesem Jahr. Zwischen 500.000 und 700.000 Euro wurden zuletzt insgesamt benötigt. Spenden seien unerlässlich. Die AG City ließ Kurfürstendamm und Tauentzien schon 1978 erstmalig erstrahlen. Später lief die Finanzierung für 15 Jahre über das Unternehmen Wall/Decaux. Als Gegenleistung durfte das Unternehmen landeseigene Werbeflächen nutzen. Weil der Landesrechnungshof diese „Kopplungsgeschäfte“ als unzulässig einstufte, ließ der Senat die Vereinbarung auslaufen – und so übernahm 2019 die AG City wieder die Weihnachtsbeleuchtung. Seitdem steht die Finanzierung Jahr für Jahr auf der Kippe.