Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf geht es für Autofahrer häufig nur stockend voran. Im Durchschnitt zwischen 8000 und 9000 Staustunden stehen sie im Berliner Westen jedes Jahr im Stau. Die Gründe liegen auf der Hand. Der West-Bezirk ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Vor allem zu den Stoßzeiten des Berufsverkehrs wird es voll, wenn Pendler über die Einfallstraßen in die Stadt kommen oder sie am Nachmittag wieder verlassen. Baustellen und weitere Einschränkungen belasten den Verkehr zusätzlich.

Die wohl berühmteste Baustelle im Bezirk ist am Autobahnkreuz am Funkturm. Nach dem Abriss der Ringbahnbrücke und der Westenbrücke stehen nicht alle Spuren zur Verfügung. In Fahrtrichtung Hamburg und Leipzig stehen Autofahrer ab dem Tunnel Rathenauplatz. Dort werden die Autofahrer auf die A100, die A115 und die Ausfahrt Messedamm umgeleitet. Brisant: Lkw dürfen nicht direkt auf die Autobahn. Sie müssen die Abfahrt Messedamm nutzen und werden somit in die umliegenden Kieze abgeleitet.

Wegen A100-Sperrung: Staus und Schwerlastverkehr in umliegenden Kiezen

Nach der Teilsperrung der A100 hat daher auch der Verkehr in den Wohngebieten deutlich zugenommen. Vor allem auf der Königin-Elisabeth-Straße kommt es regelmäßig zu Staus, unter anderem weil auch der Schwerlastverkehr gezwungen ist, die Stadtstraße als Umleitung zu nutzen. Seit Kurzem gilt auf der Königin-Elisabeth-Straße zwar ein Verbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen – allerdings nur auf der wenig befahrenen Spur Richtung Süden über den Kaiserdamm. Anwohner – die unter anderem in der Bürgerinitiative Königin-Elisabeth-Straße organisiert sind – fordern daher eine Umleitung des Schwerlastverkehrs über die A10.

Das Autobahndreieck Funkturm gehört zu den am stärksten belasteten Verkehrsknoten Deutschlands.
Das Autobahndreieck Funkturm gehört zu den am stärksten belasteten Verkehrsknoten Deutschlands. © dpa | Christoph Soeder

Durch die Sperrung der A100 hat auch der Verkehr in der Kantstraße zugenommen. Um die Situation zu entlasten, hat die Senatsverwaltung für Verkehr den Bezirk beauftragt, die Spuren neu aufzuteilen. Künftig soll dort, wo jetzt die Autos parken, eine Busspur geschaffen werden. Das könnte die Stau-Situation für Autofahrer entlasten. Hinzu kommt eine Baustelle in beiden Richtungen in Höhe Savignyplatz. Aufgrund der noch bis September geplanten Baustelle steht jeweils nur eine Spur zu Verfügung.

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A100: Zwischen Wedding und Wilmersdorf staut es sich am häufigsten

Während Ringbahn- und Westendbrücke nun innerhalb weniger Jahr neu aufgebaut werden sollen, droht das Autobahndreieck Funkturm auf Jahre eine Staufalle zu bleiben. Immerhin will die Projektgesellschaft Deges fast das komplette Autobahnkreuz neu bauen und gestalten. Kritiker befürchten, dass es durch die Sperrungen während der Bauzeit der Verkehr in den Kiezen noch weiter zunehmen wird.

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Bereits seit April 2023 ist der Schlangenbader Tunnel in Berlin-Wilmersdorf gesperrt. Zu den Stoßzeiten kann es daher in den umleitenden Nebenstraßen – wie Sodener Straße – zu Staus kommen. Weitere wichtige Verbindungen wie die Ost-West-Tangente Kaiserdamm oder der Spandauer Damm als Hauptverbindungsstraße zwischen den Ortsteilen Charlottenburg und Spandau sind ebenfalls oft von Staus betroffen. Besonders zu den Stoßzeiten müssen Autofahrer auf diesen Strecken viel Geduld mitbringen.

Stau auf der A100 gab es außerdem schon vor der Teilsperrung durch die inzwischen abgerissene Ringbahnbrücke. Der Abschnitt Wedding-Wilmersdorf auf der A100 war schon vor den Einschränkungen problematisch. Dort gab es laut dem ADAC Berlin/Brandenburg im Jahr 2024 gut 3800 Meldungen, 5100 Staustunden und insgesamt 4500 Kilometer Stau. Durch Unfallschwerpunkte wie am Theodor‑Heuss‑Platz und am Ernst‑Reuter‑Platz kann es zudem auch zu spontanen Staus kommen.