Nach der Sperrung der Ringbahnbrücke am Autobahndreieck Funkturm soll am Montag eine temporäre Verkehrsführung eingerichtet werden. Wie die Autobahn GmbH des Bundes am Freitag bekannt gab, soll der Verkehr auf eine Fahrspur in Richtung Norden auf der Gegenfahrbahn (Richtung Neukölln) geführt werden. In Richtung Süden sollen auf der A100 zwei Spuren zur Verfügung stehen. Damit soll der Verkehr in Richtung Wedding ungeachtet der Brückensperrung schnellstmöglich wieder fließen.
Bis Montagmorgen werde Tag und Nacht an der Verkehrssicherung gearbeitet und daran, die Fahrbahn zu markieren und Leitsysteme aufzubauen. Aufgrund der verengten Spuren müsse allerdings mit Staus gerechnet werden. Ziel sei es, den Verkehr auf der Autobahn zu halten, so Ralph Brodel, Sprecher der zuständigen Autobahn GmbH Nordost.
Die Auffahrt auf die südliche Fahrbahn ist nach dem Tunnel am Rathenauplatz im Süden und zwischen Rudolf-Wissel-Brücke im Norden geplant. Es sei bereits mit der Einrichtung von Mittelstreifenüberfahrten begonnen worden. Das soll aber mindestens bis Anfang nächster Woche dauern. Die Autobahn GmbH will die Bevölkerung über die sozialen Medien über alle wesentlichen Schritte informiert halten. Erst in einer Woche soll es weitere Informationen über mögliche Verkehrskonzepte und Details zum Ersatzneubau geben. „Anpassungen an der Verkehrsführung sind allerdings nur eingeschränkt möglich“, dämpfte Brodel die Erwartungen.
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Neubau der Ringbahn-Brücke am Dreieck Funkturm: Brückenbauchef rudert zurück
Ein Verkehrskonzept liege aufgrund des ohnehin geplanten Neubaus des Autobahnkreuzes teilweise vor. Daran würde nun angeschlossen. Die Umleitung soll großräumig ausgeschildert werden, um Pendler von außerhalb davon abzuhalten, durch die Stadt zu fahren. Dazu würden bereits jetzt die programmierbaren Schilder genutzt.
Wie lange die Sperrung und ein Ersatzbau dauern wird, dazu könne die Autobahn GmbH noch nichts sagen. „Die Ringbahnbrücke hat für uns höchste Priorität“, versicherte Brodel. Es sollen alle rechtlichen Möglichkeiten geprüft werden, um das Verfahren zu beschleunigen. Auch Matthias Seidel, Brückenbauchef der Autobahn GmbH Nordost, rudert beim Thema Bauzeit zurück. Er sagte am Mittwoch im „RBB“, der Bau würde mindestens zwei Jahre dauern. Dies könne so allerdings nicht gehalten werden: Es könne auch schneller gehen oder länger dauern.
Kaputte Ringbahnbrücke der A100: Riss hat sich nicht vergrößert
Weil sich der Riss ohne Verkehr auf der Brücke nicht mehr vergrößern würde, seien derzeit keine Auswirkungen auf die darunter liegende S-Bahn zu erwarten. Allerdings stehe im April eine Prüfung der Brücke im Bahnfeld an. Inwiefern ein Neubau der Brücke den Ringbahnverkehr einschränken wird, sei bereits Gegenstand von Abstimmungen zwischen der Deges und der Deutschen Bahn. Über eine Kostenschätzung müsste die Deges Auskunft geben.
Der Riss in der Brücke war bei einer der zweimal jährlich durchgeführten Sonderprüfungen der Brücke festgestellt worden. Der Riss habe laut Autobahn GmbH schon länger bestanden. Weil er sich vergrößert habe, würden die einwirkenden Kräfte über das Bauwerk anders verteilt werden, sodass als Sicherheitsmaßnahme die Brücke gesperrt werden musste. Alleine über die Ringbahnbrücke würden täglich 95.000 Fahrzeuge fahren.
Kaputte A100-Brücke: Weitere Bauwerke am Dreieck Funkturm unter Beobachtung
Durch die Rücknahme des Verkehrs sei die Risserweiterung aufgehalten worden. Die Rissbildung hätte laut Seidel nicht repariert werden können. Es sei eine Alterserscheinung, die sich auch nicht hätte aufhalten lassen, wenn der Schaden früher entdeckt worden wäre. Die Autobahn GmbH überwache derzeit auch alle weiteren Brücken am Dreieck Funkturm. Das betrifft auch die Westendbrücke, die am Mittwoch ebenfalls gesperrt wurde.
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„Wir haben sie deshalb vorsichtshalber herausgenommen“, sagte Seidel. Die Sperrung der Westendbrücke habe aber auch verkehrstechnische Gründe, um den Verkehrsfluss am Autobahnkreuz zu verbessern. Man sei sich der Auswirkungen auf Autofahrer, Pendler und umliegende Bezirke des Autobahndreiecks wie Charlottenburg-Wilmersdorf bewusst und mit den zuständigen Partnern im Austausch, um Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, so Brodel. „Wir wollen auch, dass die umliegenden Bezirke möglichst wenig belastet werden.“



