Traurige Nachrichten aus dem Zoo Berlin: Wie die Verantwortlichen mitteilen, ist der Elefantenbulle Victor ist in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar plötzlich verstorben. Victor lebte 25 Jahre im Zoo Berlin, einige der Pfleger hätten ihr halbes Leben mit ihm verbracht. „Victor gehörte quasi zur Familie, sein Verlust geht uns sehr nahe“, beschreibt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem seine Gedanken an diesem traurigen Tag. Die Nachricht habe bei allen für große Betroffenheit und Trauer gesorgt.
Victor habe das Bild des Zoos Berlin ebenso sehr geprägt wie die Zoo-Ikonen Bobby, Knautschke, Bao Bao und Knut. „Heute ist ein bitterer Tag für uns. Ich habe Victor in den letzten zehn Jahren täglich gesehen, das geht sicherlich sehr vielen von uns so. Wenn ich auch sonst wenig Zeit für unsere 30.000 Zootiere habe, so habe ich Victor doch jeden Tag aus meinem Fenster beobachtet“, so Knieriem weiter. Nun setzt man alles daran herauszufinden, woran er viel zu früh verstorben ist. Der Elefant wurde nur 31 Jahre alt.
Er kam in Israel zur Welt und zog 2000 nach Berlin. Asiatische Elefanten können in menschlicher Obhut älter als 50 Jahre werden.
Asiatischer Elefant im Berliner Zoo verstorben: Tier seit Wochen im Fokus der Tierärzte
Die Todesursache sei bisher noch unklar. Sobald Ergebnisse der Pathologie vorliegen, werde es ein Update dazu geben. Aber bereits seit mehreren Wochen habe das Veterinär-Team des Zoos ein besonderes Auge auf Victor gehabt. Der Gewichtsverlust des ohnehin schon immer sehr schlanken Elefanten hätten den behandelnden Tierärzten Sorge bereitet. Zuletzt seien am Montag Blut-, Kot- und Urinproben an führende Labore in Europa geschickt worden.
„Elefantenbullen gehören zu den schwierigsten Patienten für uns Tierärzte. Die Diagnostik ist sehr herausfordernd. Zum einen kommen wir durch den geschützten Kontakt nicht so einfach an die Tiere heran. Zum anderen kommen Röntgen und Ultraschall auch allein aufgrund ihrer enormen Größe für viele Bereiche des Körpers nicht infrage“, erklärt Andreas Pauly, Leiter der Abteilung für Tiergesundheit, Tierschutz und Forschung.
Ein Morgenpost-Reporter hat den Elefanten am Sonnabend noch gesehen. Victor war da nichts anzumerken. Gewohnt zog der Elefantenbulle seine Runden über das Gelände. Als gegen Mittag ein Pfleger kam, fokussierte Victor den Mann – offenbar in der Hoffnung, etwas zu Fressen zu bekommen. Dabei folgte er dem Zoo-Mitarbeiter diesseits des Zauns bis zum Elefantenhaus, wo er auf seine Ration wartete.

Mit drei Metern Schulterhöhe und einem Gewicht von knapp fünf Tonnen war er das mit Abstand schwerste Tier im Zoo. Da Elefantenbullen Einzelgänger sind und die Weibchen mit ihren Jungen im Matriarchat leben, spielen sie im Sozialverband der Gruppe keine Rolle. Die Elefantenkühe Drumbo (54), mit der Victor sich eine Anlage geteilt hat, seine Tochter Anchali (12), ihre Mutter Pang Pha (37) und Carla (51) zeigen keine sichtliche Beunruhigung, sie fressen ruhig und sind aktuell auf der Außenanlage.


