Friedhofsanlage

Neuer Memoriam-Garten Am Hain bietet Platz für 516 Gräber

Es ist ein besonderer Ort: Der Memoriam-Garten in Ruhleben bietet eine neue Form von Friedhof.

Christel Marz (auf der Bank rechts) will im Memoriam-Garten ihren Mann beisetzen lassen. Der sei großer Naturliebhaber gewesen

Christel Marz (auf der Bank rechts) will im Memoriam-Garten ihren Mann beisetzen lassen. Der sei großer Naturliebhaber gewesen

Foto: Steffen Pletl

Ein prächtiger Garten inmitten des Friedhofes. Sonnendurchflutet, zahlreiche Blumen. Hier und da ein Grabstein oder auch eine Stehle. Auf insgesamt 1600 Quadratmetern ist inmitten der Friedhofsanlage Am Hain ein Memoriam-Garten entstanden. Der dritte seiner Art auf einem Berliner Friedhof. Zwischen den Blumenrabatten stehen Bänke.

"Hier ist der richtige Platz", sagt Christel Marz. Die 75 Jahre alte Seniorin hatte von der Eröffnung der Anlage gehört und sich Entwicklungsstadtrat Marc Schulte und dem Chef der Friedhof Treuhand Berlin,Oliver Siegmund , angeschlossen, die zum ersten Rundgang über das Areal geladen hatten.

Hier will Frau Marz nun ihren erst vor wenigen Tagen verstorbenen Mann Jürgen beisetzen lassen. Genau wie sie sei auch er ein Naturliebhaber gewesen. Gemeinsam hätten sie viel Zeit in der freien Natur verbracht, erzählt Frau Marz. Und wenn ihr Mann im Memoriam-Garten seinen Platz gefunden hat, dann wird sie sich hier auf eine Bank setzen und aus ihren Erinnerungen an die gemeinsame Zeit Kraft schöpfen. "In dieser wunderschönen Umgebung wird mir das bestimmt etwas leichter fallen" , sagt sie.

Insgesamt 516 Beisetzungen sind in diesem Garten möglich. Davon 421 Urnen- und 95 Erdbestattungen. Im Mittelpunkt der Anlage steht eine Stehle mit der Aufschrift "Und doch ist einer welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält."

120 muslimische Gräber sind gen Mekka gerichtet

Der Garten hat noch einen weiteren Zweck: Künftig sollen Schulklassen hier vorbeischauen. "Wir haben für verschiedene Altersstufen Konzepte erarbeitet, um beispielsweise Schülern gezielt den Naturraum Friedhof näher zu bringen" , sagt Geschäftsführer Robert Greve. Schüler der angrenzenden Schulen werden nach den Sommerferien dann gezielt dort einige Unterrichtsstunden verbringen.

In den kommendenTagen erhält der Friedhof eine weitere Besonderheit. Am 1. August wird dort eine muslimische, nach Mekka ausgerichtete Grabstätte eröffnet. Dort sollen dann 120 Erdbestattungen möglich sein.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.