Morgenpost-Ratgeber

Garten: Wie bekämpfe ich wuchernden roten Klee?

Sauerklee verbreitet sich wie der Wind. Besonders auf dem Friedhof wird es schwierig, ihn in Schach zu halten. Was helfen kann:

Horn-Sauerklee ist in kleinen Mengen hübsch anzusehen. Er breitet sich jedoch sehr schnell wuchernd aus und ist dann schwer wieder loszuwerden

Horn-Sauerklee ist in kleinen Mengen hübsch anzusehen. Er breitet sich jedoch sehr schnell wuchernd aus und ist dann schwer wieder loszuwerden

Foto: C. Huetter/Arco Images GmbH / BM

Garten – Auf unserem Familiengrab kämpfe ich regelmäßig gegen roten Klee, der vom Nachbargrab herüberwuchert. Ich grabe ihn tief und vorsichtig aus, trage Boden ab, fülle wieder neu auf und immer wieder sieht es aus wie frisch gesät. Die Grabpflege wird mir damit inzwischen zu aufwendig und zu teuer. Hilft es vielleicht, Pinienmulch aufzutragen, oder haben Sie sonst einen Tipp für mich?

Rita Suhrhoff, Parkchefin im Natur-Park Südgelände: Wahrscheinlich handelt es sich um den hornfruchtigen Sauerklee (Oxalis corniculata), der sich überaus schnell verbreitet und schnell wächst. Da der rote Klee ursprünglich vom Nachbargrab herüberwächst, kann eine deutliche Minderung oder gar eine Entfernung nur erfolgreich sein, wenn die gesamte Fläche betrachtet wird.

Blüten und Samen entfernen, reduziert Verbreitung

Ein frühzeitiges Entfernen der Blüten und Samen reduziert Tempo und Umfang der Verbreitung, ist aber mehr ein Tipp für den Hausgarten. In der Grabpflege ist ja es meist nicht möglich, in sehr kurzen Abständen die nötigen Pflegegänge zu leisten. Sollte eine Zusammenarbeit mit den das Nachbargrab pflegenden Personen nicht möglich sein, können Sie vielleicht die Friedhofsverwaltung um Hilfe bitten.

Ihre Vorgehensweise, den Boden tief zu graben und den mit Pflanzenteilen versetzten Boden auszutauschen, ist sinnvoll und umweltschonend. Allerdings samt sich der rote Klee in Windeseile wieder aus, wenn er auf dem Nachbargrab blüht und fruchtet. Daher wäre auch die zusätzliche Möglichkeit, eine tiefe Wurzelsperre am Rande des Grabes einzusetzen (zum Beispiel aus Zinkblech oder stabilen dünnen Kunststoffplatten), nur bedingt erfolgreich.

Mulchen behindert das Keimen nicht vollständig

Durch das Mulchen – in einer Schicht von mindenstens sechs Zentimetern – kann der Kleesamen nicht so leicht keimen und wachsen – und wenn er doch wächst, ist er leichter zu entfernen und man erwischt beim Jäten eher die ganze Pflanze, so dass ein Weiterwachsen verhindert wird.

Pinienmulch ist im Vergleich zu anderen Mulchsorten lange haltbar und verrottet langsam, das kommt der Nutzung auf einer Grabstelle entgegen. Durch den höheren Preis ist jedoch kaum eine Ersparnis möglich. Die Auflageschicht sollte regelmäßig ergänzt werden, damit die Samen keine neue ebene Bodenfläche zum Keimen finden.

Umweltschonende Maßnahmen schaffen nur Entlastung

Alle erwähnten Maßnahmen kombiniert bringen Ihnen ein wenig Entlastung und wenn Sie sich mit den verbleibenden Pflanzen arrangieren wird auf jeden Fall die Umwelt geschont. Radikal beseitigen lässt sich der rote Klee wahrscheinlich nur mit hochgiftigen und lange wirkenden Mitteln, für deren Anwendung ich keine Ratschläge geben kann und möchte.

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