Die vom Abriss bedrohten Kudamm-Bühnen haben auf der Internetplattform change.org eine Unterschriftenaktion zu ihrer Rettung gestartet. „Die Zeit ist reif für eine neue Kampagne zum Erhalt von Theater am Kurfürstendamm und Komödie“, ist sich Theaterchef Martin Woelffer sicher. Unzählige Menschen hätten ihn und seine Mitarbeiter in den vergangenen Wochen angesprochen und ihre Unterstützung angeboten.

„Schon einmal gab es eine Unterschriftenaktion – vor zehn Jahren – damals haben 200.000 Menschen für die Rettung von Theater am Kurfürstendamm und Komödie unterschrieben. Bestimmt können wir diesmal noch mehr Menschen für unsere Sache mobilisieren. Es geht um Leben und Tod der Theater und der Institution“, appellierte Woelffer. An diesen beiden von Max Reinhardt gegründeten und von der Familie Woelffer seit mehr als 60 Jahren geführten Häusern sei ein Stück Berliner Theatergeschichte geschrieben worden“, hieß es in der am Montag veröffentlichten Petition.

Bis Dienstagmorgen (10. Mai 2016) hatten mehr als 1100 Menschen die Petition, die sich an den Regierenden Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller (SPD) richtet, unterschrieben.

Was der neue Investor plant

Der neue Investor Cells Bauwelt plant, das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm bei der Sanierung des dortigen Areals abzureißen und eine neue Bühne im Tiefgeschoss zu errichten. Noch gibt es keine Baugenehmigung für den Umbau, große Teile der Bebauung des Karrees zwischen Kudamm und Lietzenburger Straße, Uhlandstraße und Knesebeckstraße sollen aber weichen. Nur die Gebäude an der Uhlandstraße und das Hochhaus sollen stehenbleiben.

So könnte der Zuschauerraum der neuen Komödie aussehen. Rund 200.000 Besucher zählen beide Bühnen im Jahr
So könnte der Zuschauerraum der neuen Komödie aussehen. Rund 200.000 Besucher zählen beide Bühnen im Jahr© Kleihues + Kleihues | Kleihues + Kleihues

In der Petition bezieht sich Woelffer auf einen Beschluss des Abgeordnetenhauses vor wenigen Wochen. Darin wird der Senat aufgefordert zu prüfen, „wie ein Abriss der traditionellen Bühnen am Kurfürstendamm verhindert werden kann. In dieser Prüfung sind auch die Aspekte der Stadtentwicklung, der Bauplanung und ggf. des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Des Weiteren wird der Senat aufgefordert zu prüfen, welche finanziellen Mittel für eine Ausweichspielstätte während der Bauarbeiten und für den zukünftigen Theaterbetrieb nach dem Umbau des Kudamm-Karrees erforderlich sind.“

Rund 200.000 Zuschauer im Jahr

Der Theaterdirektor appelliert an den Regierenden Bürgermeister, „nicht nur zu prüfen, sondern zu beschließen, die Zukunft der Boulevardbühnen langfristig zu sichern“. Mit rund 200.000 Zuschauern im Jahr gehören die beiden Bühnen zu den meistbesuchten Sprechtheatern Berlins.

Die Unterschriften werden auch über Listen in den Theatern gesammelt. Auf www.komoedie-berlin.de gebe es Unterschriftenlisten zum Herunterladen. In den nächsten Tagen würden Listen an Geschäftspartner und alle, die angefragt haben, verschickt. “Wir sind uns sicher, dass sowohl Berliner als auch viele Nicht-Berliner unsere Petition unterstützen werden“, so Woelffer.