Flüchtlinge Aufnahme

Frühere Landesbankzentrale soll Erstaufnahmestelle werden

Die Zustände an der Anlaufstelle für Flüchtlinge, dem Lageso, waren immer wieder kritisiert worden. Nun ist Entlastung in Sicht.

Die Zustände des Lageso wurden zuletzt stark kritisiert - nun soll ein neues Gebäude Abhilfe leisten

Die Zustände des Lageso wurden zuletzt stark kritisiert - nun soll ein neues Gebäude Abhilfe leisten

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

Die Pläne des Berliner Senats für eine neue Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge werden konkreter. Die Registrierung der Migranten soll mittelfristig in der früheren Zentrale der Landesbank Berlin in der Bundesallee in Wilmersdorf erfolgen, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Soziales. Das Land werde dazu das Gebäude vom Bund kaufen. Das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) habe die Immobilie in dieser Woche formell sichergestellt.

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) hatte die Fraktionen im Abgeordnetenhaus bereits im August über die Pläne informiert. Damals war von einem zweistelligen Millionenbetrag für den Kauf die Rede gewesen. In einem Bericht der "BZ" werden die Kosten nun mit mehr als 20 Millionen Euro beziffert. Dazu sagte die Sprecherin nichts.

Abgesehen von mobilen Registrierungsteams, die in größeren Flüchtlingsunterkünften tätig sind, wird die Erstaufnahme künftig in der Bundesallee konzentriert. Es sei schon länger geplant, die Registrierung vom Lageso-Standort in der Turmstraße in Moabit zu trennen, erklärte die Sprecherin. In der früheren Landesbank-Zentrale gebe es große Flächen, einen Wartebereich und ehemalige Kassenräume für den sicheren Umgang mit Bargeld. Auch Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge könnten dort einziehen. Das Gebäude solle so schnell wie möglich hergerichtet werden. Ein Termin dafür wurde nicht genannt.

SPD-Innenpolitiker Tom Schreiber forderte nun einen Einwanderungs-Staatssekretär und eine entsprechende eigenständige Landesbehörde, die für das ganze Thema zuständig sei. Er verlangte zudem, beim Lageso ein Schichtsystem und Wochenendarbeit für die Registrierungen einzuführen - zumindest für einen begrenzten Zeitraum.

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