DFB-Pokalfinale

Liveticker - BVB-Fanfest abgesagt - Zehntausende kommen trotzdem

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Patrick Goldstein

Das offizielle Fanfest für die Dortmund-Anhänger ist gekippt. Doch die BVB-Anhänger wollen trotzdem zum Breitscheidplatz kommen. Laut BVB wird der Fantreffpunkt stattfinden.

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Nach der Absage des Fanfestes auf dem Breitscheidplatz erarbeitet die Berliner Polizei jetzt unter Hochdruck ein neues Sicherheitskonzept. Denn auch wenn es am Tag des Pokalfinales in der City-West kein Bühnen- und Gastronomie-Programm des Vereins geben wird, erwartet die Polizei dennoch, dass sich dort Fans von Borussia Dortmund in großer Zahl treffen wird. Der Verein geht davon aus, dass 130.000 Anhänger der Mannschaft nach Berlin kommen werden.

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf versuchte am Donnerstag, mit Berliner Polizei und den Verantwortlichen von Borussia Dortmund eine Einigung zu erreichen, um die Sicherheit der Menge von Fans zu garantieren. Baustadtrat Marc Schulte (SPD) sagte, es werde nun am Veranstaltungstag ein sogenanntes Fanmobil von Borussia Dortmund auf dem Breitscheidplatz geparkt. „Von dort wird es für die eintreffenden Borussia-Anhänger etwa Durchsagen geben, wie sie von dort zum Stadion kommen. Die Besucherströme sollen auf diese Weise gesteuert werden. Die Leute werden merken, dass dies kein Ort ist, um zu feiern“.

Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung von Borussia Dortmund werde am Tag des Pokalfinales kein Fanfest vor dem Europacenter stattfinden. „Das wird lediglich eine Versammlung von Fans sein. Und damit hat die Berliner Polizei Erfahrung“, sagte Schulte.

Der BVB teilte am Nachmittag auf seiner Facebook-Seite fest, der Fantreffpunkt werde wie geplant stattfinden. Am Freitag und Samstag werden man ab 10 Uhr die „maximale Vorfreude“ auf das Finale schüren. „Ein herzlicher Dank geht hierzu aus der Fußball-Hauptstadt in die Bundeshauptstadt an die Senatsverwaltung für Inneres und Sport, den Bezirk Charlottenburg/Wilmersdorf und den Polizeipräsident in Berlin – und zugleich der Aufruf an alle Schwarzgelben: Seid wie immer gute Gäste in Berlin und damit die besten Botschafter der Farben Schwarz und Gelb.“

Zäune sollten zwei Meter hoch sein

Veranstalter des Fanfestes war ursprünglich die AG City. Weil man mit den Sicherheitauflagen der Innenverwaltung nicht einverstanden war, sagte die Interessengemeinschaft das Fest allerdings am Mittwoch ab. Die Polizei hatte eine weiträumige Einzäunung des Areals gefordert. „So hätte man den unkontrollierten Zugang zum Platz verhindern können“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. „Wenn der Breitscheidplatz vollgelaufen wäre“, so der Sprecher“, hätte man den Zugang schließen können.“ Die Zäune sollten zwei Meter hoch sein, damit sie nicht überklettert werden können. Alle Auflagen hätten dem Ziel gedient, für die feiernden Fans höchste Sicherheit zu gewährleisten und dafür zu sorgen, einer folgenreichen Massenpanik vorzubeugen.

Die Absage verlagert das Problem, eine friedliche Veranstaltung zu ermöglichen, nun auf die Seite der Polizei. Statt einer auseichenden Vorbereitungszeit und sichernden Aufbauten ist nun Spontaneität gefragt: „Wir müssen vor Ort unmittelbvar auf die Lage reagieren“, sagte der Polizeisprecher. Derzeit werde erarbeitet, mit wieviel Polizeikräften man auf den Breitscheidplatz gehe und was für kurzfristige Absperrungsmaßnahmen möglich sind.

Polizei hofft auf hohe Fluktuation

Weil der Festcharakter der Veranstaltung nun vom Tisch sei, gebe es für die Fans weniger Grund auf dem Breitscheidplatz zu verweilen. Ideales Szenario bei der Polizei: „Wir hoffen auf eine hohe Fluktuation“, so der Polizesprecher. Das heißt, Fans treffen sich über den Tag verteilt unter der Gedächtniskirche und ziehen nach und nach zum Stadion, zum Public Viewing des BVB auf dem Tempelhofer Feld, oder in die Lokale der Stadt. Bei Borussia Dortmund dagegen hoffte man Donnerstag vormittag noch darauf, dennoch das Festprogramm auf dem Breitscheidplatz veranstalten zu können.