DFB-Pokal

30.000 Dortmund-Fans fahren nach Tempelhof

Zum Finale des DFB-Pokals in Berlin kommen 130.000 Dortmund-Fans. 30.000 von ihnen dürfen das Spiel im ehemaligen Flughafen Tempelhof sehen.

Sie kommen, um Berlin in Schwarz und Gelb zu tauchen. Am Sonnabend spielen die Mannschaften von Borussia Dortmund und VfL Wolfsburg im Olympiastadion um den DFB-Pokal. Beim Ruhrpott-Verein erwartet man, dass 130.000 Fans für dieses Ereignis in die Hauptstadt kommen. „Die Ersten sind gestern losgefahren“, sagt Carsten Cramer, Prokurist und Direktor Vertrieb und Marketing beim BVB. Für die treuesten Anhänger hat er in diesem Jahr einen besonders Ort gemietet. 30.000 Zuschauer können auf dem Areal des ehemaligen Flughafens Tempelhof am Public Viewing teilnehmen. Sämtliche Tickets sind ausverkauft. Auch für das Endspiel gibt es lange keine Karten mehr.

Schon in den Jahren 2012 und 2014 hatten die Dortmunder zum Public Viewing nach Berlin geladen. Zunächst in die Waldbühne, im vergangen Jahr in den Sommergarten unter dem Funkturm. „Bei der jüngsten Veranstaltung auf dem Messegelände sind wir dann aber mit 18.000 Teilnehmern platzmäßig an die Grenzen gestoßen“, sagt Carsten Cramer. Hinter seinem Verein liegt eine turbulente Saison. Die Mannschaft machte ein unerwartetes Formtief durch. Den traurigen Höhepunkt des Ruhr-Dramas bildete die Ankündigung von Trainer Jürgen Klopp, den Verein am Ende der Saison verlassen zu wollen.

Das unverhoffte Erreichen des Pokalfinales mit einem Sieg gegen den Erzrivalen Bayern München bot da lang ersehnten Balsam für verletzte Dortmund-Fan-Seelen. Cramer: „Wir haben gemerkt, dass die Euphorie in diesem Jahr noch größer ist als in den Jahren zuvor. Das hat sicher auch damit zu tun, dass das Pokalfinale sowohl für Jürgen Klopp als auch für unseren langjährigen Kapitän Sebastian Kehl das letzte BVB-Spiel sein wird. Also das letzte Kapitel einer intensiven, emotionalen und erfolgreichen Ära.“

Wolfsburger am Hauptbahnhof, BVBer in City West

Am Spieltag treffen jeweils zwei Sonderzüge für VfL- und BVB-Fans in Berlin ein. Die Wolfsburger sammeln sich am Washingtonplatz, die Dortmunder am Breitscheidplatz. Dort werde eine kleine Bühne aufgebaut, sagt Cramer. Ehemalige Spieler werden zu erleben sein, ebenso der Stadion-DJ. Wer mag, kann sich kleine Souvenirs abholen.

„Es sind für uns schöne Erinnerungen mit Berlin verbunden. Wir wissen, dass dem BVB in Berlin und Brandenburg viel Sympathie entgegen gebracht wird“, sagt Carsten Cramer. „Die Berliner sind herzliche Gastgeber. Ich habe den Eindruck, dass wir dort nicht als Plage empfunden werden, die hereinrauscht, nur um den Pokal zu holen. Viele Hertha-Fans haben in Internetforen gesagt: Wenn jemand bei uns in der Kurve stehen darf – dann ihr!“ Für den VfL dagegen gibt es in Berlin keine Fanveranstaltung. Daheim würden allerdings 3500 Anhänger beim Public Viewing auf dem Rathausplatz mitfiebern, sagt Fanbeauftragter Holger Ballwanz.

Bei 130.000 Mitreisenden hätte der BVB für Tempelhof auch mehr als 30.000 Tickets verkaufen können. Das aber hätte laut Cramer ein anderes Sicherheitskonzept und eine zweite Leinwand erfordert. Der Eintrittspreis beträgt 9,99 Euro. „Das ist für uns keine kostendeckende Veranstaltung“, sagt Cramer. Wer es weder ins Stadion noch auf das Tempelhofer Feld schafft, kann dem Pokal dennoch ganz nahe kommen. Bevor das Prunkstück an den diesjährigen Gewinner des Finales weiter gereicht wird, steht es in der Vorhalle vor dem Wappensaal des Rotes Rathauses. Von neun bis 18 Uhr kann der Pokal bis Sonnabend 13 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden.