DFB-Pokalfinale

Liveticker – BVB-Fest abgesagt - Fans wollen trotzdem kommen

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Am Sonnabend kämpfen Dortmund und Wolfsburg im Olympiastadion um den DFB-Pokal. 75.000 BVB-Fans wollten am Breitscheidplatz feiern - doch das Fest wurde abgesagt. Der Verein will davon nichts wissen.

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Die Anhänger von Borussia Dortmund, die zum DFB-Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg am Sonnabend in Berlin erwartet werden, können nicht auf dem Breitscheidplatz feiern.

Weil die Polizei aus Sicherheitsgründen einen zwei Meter hohen Zaun verlangte, hat die AG City das geplante Fanfest am Mittwoch kurzerhand abgesagt. Als Veranstalter seien sie erst am Dienstagabend telefonisch von der Senatsinnenverwaltung darüber informiert worden, dass eine Einzäunung des gesamten Veranstaltungsgeländes mit massiven Zäunen in dieser Höhe notwendig sei, sagte Jennifer Woelki, die Geschäftsstellenleiterin der AG City. Und es sei nicht nur um den Breitscheidplatz gegangen.

>> Die Absage im Wortlaut <<

Die Polizei habe die Gefahr gesehen, dass der Platz zu klein sei und nicht ausreichend kontrolliert werden könnte. Deshalb sei das Konzept erweitert worden. Dabei sollten die Tauentzienstraße ab der Nürnberger Straße und der Kurfürstendamm bis zur Joachimsthaler Straße gesperrt werden, berichtete Jennifer Woelki am Mittwoch weiter.

„Unter den neuen Sicherheitsaspekten halten wir den Breitscheidplatz als Veranstaltungsfläche für nicht mehr geeignet und empfehlen dringend eine Ausweichfläche für die Dortmund-Fans, wie zum Beispiel den Tempelhofer Park“, sagte Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City. Aus Sicht der AG City stelle die „massive Einzäunung in Häuserschluchten ein zusätzliches Risiko bei Panikattacken dar“. Wenn die Polizei das Risiko für den Breitscheidplatz so hoch einschätze, brauche es einen geeigneteren Ort. „Wir haben Dienstagabend allen abgesagt. Das war nicht schön!“, sagte Meier.

Es sei von Anfang an auf darauf hingewiesen worden, dass eine Umzäunung aus Sicherheitsgründen bei einer Veranstaltung ab 5000 Menschen Pflicht sei, sagte hingegen eine Sprecherin der Senatsinnenverwaltung auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Die Sicherheitsanforderungen sind laut Stadtrat Marc Schulte (SPD) jedoch „immer weiter gesteigert worden“. Auch die Höhe des Zauns. Es sei anfangs um keine Einzäunung, sondern um eine Abgrenzung zur Straße gegangen, damit Betrunkenen nicht auf die Fahrbahn fallen könnten.

Noch gibt es keine Lösung, wo die Fans nun feiern können.

Public Viewing in Tempelhof

Insgesamt werden in Berlin laut dem BVB am kommenden Sonnabend 130.000 Fans aus Dortmund erwartet. 30.000 Zuschauer können auf dem Areal des ehemaligen Flughafens Tempelhof am Public Viewing teilnehmen. Doch dort sind sämtliche Tickets bereits ausverkauft.

Hätten dort mehr BVB-Fans das Spiel verfolgen dürfen, hätte dies nach Auskunft von Carsten Cramer, dem Prokuristen und Direktor für den Vertrieb und das Marketing beim BVB, ein anderes Sicherheitskonzept und eine zweite Leinwand erfordert. Der Eintrittspreis beträgt 9,99 Euro. „Das ist für uns keine kostendeckende Veranstaltung“, sagte Cramer. In 2012 und 2014 hatten die Dortmunder zum Public Viewing in die Waldbühne und in den Sommergarten unterm Funkturm geladen. Auf dem Messegelände stießen sie mit 18.000 Teilnehmern platzmäßig an die Grenzen.

„Die Fans wollen irgendwohin, und man kann ihnen Gebiete nicht verbieten“, so Schulte. Jetzt müsse die Polizei entsprechend der Lage Vorbereitungen treffen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Auch die Senatsinnenverwaltung findet die Absage der Veranstaltung „bedauerlich“, wie die Sprecherin sagte. An einem überschaubaren Ort wäre auch die Sicherheit der Fans besser zu gewährleisten.

Der BVB geht nach Auskunft seines Marketing-Direktors weiter davon aus, das Fanfest am Breitscheidplatz feiern zu können. „Zwar sind heute, keine 48 Stunden vor geplantem Beginn der Veranstaltung, aus Berlin Informationen über derzeitige organisatorische Probleme zu uns gedrungen, allerdings haben bisher weder der Berliner Senat, noch der DFB den Verein offiziell mit einem neuen Sachverhalt konfrontiert“, sagte Carsten Cramer vom BVB. Der BVB bleibe, ganz im Sinne der sich auf ein schwarzgelbes Fußballfest freuenden BVB-Familie, am Ball.

( bsm )