Der schnellste Kellner Berlins heißt Pedro-Pascual Silvira, ist 24 Jahre alt und Hotelfach-Azubi im Hotel Sofitel. Silvira schaffte es am schnellsten über den Parcours am Neuen Kranzler Eck in Charlottenburg. Drei Runden waren zu absolvieren zwischen Fußgängerpassage und Fasanenstraße. Dabei mussten insgesamt drei Flaschen Bier in einen Becher geleert und dann auf dem Tablett balanciert werden. Natürlich möglichst schnell – und kleckerfrei. Am Ende wartete eine strenge Jury, die nachmaß, wie viel Bier im Becher geblieben war.
Das Wettrennen der Servicekräfte – vor den Kellnern waren auch Köche, Hotelpagen und Café-Bedienungen unterwegs – lockte bei sommerlichen Temperaturen einige hundert Zuschauer an den Kurfürstendamm, der am Sonntagmorgen sonst eher still daliegt. Genau das sei auch die Idee des „Kellner-Derbys“, sagt Viola Krecker, Centermanagerin Neues Kranzler Eck. „2011 haben wir eine Idee aus den 50er und 60er-Jahren wiederbelebt. Eine schöne Veranstaltung, mit der wir natürlich auch das Neue Kranzler Eck bei den Berlinern und den Touristen bekannter machen wollen.“
Ehrengast war Kolja Kleeberg
Ehrengast des Kellnerlaufs war Sternekoch Kolja Kleeberg, der in seinem Restaurant Vau gern persönlich serviert – und auch schon mal wieder abräumt. Das Kellnerderby jedoch verfolgte er von der Rednertribüne aus. Lust, selbst mitzumachen? „Ich finde es toll, den jungen Leute zuzusehen“, war seine diplomatische Antwort. Wenn er eine Disziplin hätte wählen dürfen, „dann höchstens die an der Start-Pistole“.
Größte Attraktion des Wettbewerbs waren die Pagen, die mit großen, roten Koffern unterwegs waren, jeder zehn Kilo schwer. Die historischen Koffermodelle verweisen auf die Geschichte des Kellnerlaufs. Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg waren die ersten Kellner mit vollen Gläsern über den Kudamm um die Wette gelaufen. Nur dass die Kulisse damals nicht aus Luxusgeschäften bestand, sondern aus Ruinen.
Idee zum Lauf kam von den Alliierten
Erfunden haben den Lauf angeblich die Alliierten - als friedliche Möglichkeit, sich zu messen. Für die heutigen Teilnehmer ging es vor allem darum, ihr Können zu zeigen. Das kann nie schaden, wenn man viel für die Zukunft plant. Wie Gewinner Pedro-Pascual Silvira. Er stammt aus Stuttgart, hat mehrere Jahre Erfahrung als Barkeeper und Kellner. Nach seiner Ausbildung in Berlin möchte er in die Welt ziehen und im Hotel-Management arbeiten. „In meinem Ausweis soll stehen: global.“
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