Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) setzen in Charlottenburg die Sanierung ihrer maroden U-Bahn-Schächte fort. Am kommenden Montag beginnen dazu Arbeiten an der Linie U2 (Pankow–Ruhleben) zwischen Ernst-Reuter-Platz und Bahnhof Zoologischer Garten. Bis voraussichtlich Oktober 2016 will die BVG auf diesem Streckabschnitt die Außenabdichtung der etwa 110 Jahre alten Tunnel erneuern. Bereits seit zwei Jahren werden die U-Bahn-Schächte zwischen den Stationen Bismarckstraße und Ernst-Reuter-Platz saniert.

Durch Risse in den Decken kann Wasser in die Tunnel eindringen und dort erhebliche Schäden verursachen. So ist etwa die Standfestigkeit der Stahlträger durch Korrosion gefährdet.Bei laufendem Zugverkehr soll nun zunächst der Abschnitt zwischen Ernst-Reuter-Platz und Hardenbergstraße 7/8 saniert werden. Um an die Tunneldichtung heranzukommen, muss in diesem Bereich die Straßendecke teilweise aufgerissen werden. Auf der Hardenbergstraße stehen während der Bauzeit nur zwei Fahrspuren pro Richtung zur Verfügung. Normalerweise gibt es drei Fahrstreifen und eine Busspur. Trotz der Einengung rechnen die Verkehrsbetriebe nicht mit größeren Behinderungen.

Provisorisches Flickwerk nach dem Krieg

Erneuert werden auch zwei Deckenfelder der Kehr- und Aufstellanlage zwischen U-Bahnhof Zoo und Fasanenstraße. „Die Decke ist im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen und anschließend überwiegend provisorisch geschlossen worden“, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner. Im Zuge des Umbaus der gesamten Zugabstellanlage wird die Deckenkonstruktion gleich mit erneuert. Dies wird allerdings auch für Beeinträchtigungen im U-Bahn-Verkehr sorgen. So wird vom 20. bis 24. August der Zugverkehr auf der U2 zwischen Wittenbergplatz und Bismarckstraße komplett unterbrochen. Bis Jahresende erfolgen die Arbeiten dann abends und in der Nacht. Die U2 verkehrt bis 21 Uhr, die BVG richtet einen Ersatzverkehr mit Bussen (SEV) ein.

Mit einem Streckennetz von 146 Kilometern ist die Berliner U-Bahn nicht nur die längste, sondern auch die älteste Untergrundbahn Deutschlands. Ein Großteil der Tunnel und Bahnhöfe ist bereits 100 Jahre alt und dringend sanierungsbedürftig. Laut BVG-Chefin Sigrid Nikutta fehlen pro Jahr 100 Millionen Euro, um alle notwendigen Arbeiten an den U-Bahn-Anlagen ausführen zu können.