An der Carl-Orff-Grundschule in Schmargendorf herrscht große Aufregung. Am Dienstag haben die Eltern erfahren, dass die Schule zum Sommer ihr Hortgebäude aufgeben soll. Dort sind gegenwärtig fast 70 Kinder untergebracht. Elternvertreter Mark Schmiechen dazu: „Die Entscheidung wurde offenbar auf der Bezirksamtssitzung am 18. März gefällt. Weder die Schule noch die Bezirksverordnetenversammlung ist vorher darüber informiert worden.“
Hintergrund sei die Tatsache, dass der Bezirk das Rathaus Wilmersdorf aufgeben will. „Für das dort arbeitende Personal soll nun Platz im Schmargendorfer Rathaus geschaffen werden. Um das zu ermöglichen, soll die dortige Bibliothek ausgelagert werden und zwar in unser Hortgebäude.“ Am meisten ärgert Schmiechen, dass diese Entscheidung gefällt worden sei, ohne dass die Verantwortlichen vor Ort erkundet hätten, ob das überhaupt machbar sei.
Auch Schulleiterin Ursula Riechers ist entsetzt. „Wir haben schon jetzt ein Platzproblem an der Schule. Es gibt weder ausreichend Räume für Teilungsunterricht noch genügend Fachräume“, sagt sie. Insgesamt würden 260 Schüler den Hort besuchen, Tendenz steigend. „Wir wissen einfach nicht, wohin mit den rund 70 Kindern, die jetzt in dem Gebäude an der Berkaer Straße 8 untergebracht sind, das wir abgeben sollen.“ Das Haus sei zudem erst vor einigen Jahren aufwendig für den Hortbetrieb umgebaut worden.
Der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Carsten Engelmann (CDU), betont indes, dass es noch keine endgültige Entscheidung in dieser Sache gibt. „Wir befinden uns noch in der Planungsphase, müssen alle Alternativen abwägen.“ Die Aufgabe des Dienstgebäudes Rathaus Wilmersdorf führe aber dazu, dass 500 Mitarbeiter woanders untergebracht werden müssten.
kö





