Der größtenteils in den 70er-Jahren errichtete Passagen-Block zwischen Kant-, Joachimstaler und Hardenbergstraße gegenüber dem Bahnhof Zoo in Berlin-Charlottenburg soll verschwinden. Nach Informationen der Berliner Morgenpost plant dort der US-Projektentwickler Hines einen Komplex mit Büros und Geschäften im Erdgeschoss.

Betroffen sind drei Grundstücke: das einst als „Leineweber-Haus“ bekannte Eckgebäude an der Kant- und Joachimstaler Straße, in dem seit einigen Jahren Beate Uhse ihr „Erotik-Museum“ betreibt, der Flachbau an der Kantstraße mit der „Humana“-Filiale, die gebrauchte Kleidung verkauft, sowie das sogenannte Botag-Haus entlang der Joachimstaler-Straße.

Das als Bausünde geltende Gebäude hat Skandalarchitekt Dietrich Garski entworfen. 1973 wurde es eröffnet und nach dem dort ansässigen Restaurant „Aschinger-Haus“ genannt. Heute gehört es einer Firma aus Luxemburg, die oberen Etagen stehen leer.

Das „Leineweber-Haus“ werde von einer Erbengemeinschaft an Hines verkauft, bestätigt Corvin Tolle, geschäftsführender Gesellschafter von Rohrer Immobilien, der für die Erbengemeinschaft den Verkauf abwickelt. Der Kaufpreis für das nur knapp 900 Quadratmeter große Grundstück liegt dem Vernehmen nach bei etwa 20 Millionen Euro. Offenbar sind auch die Verhandlungen über die beiden anderen Grundstücke schon weit gediehen. Was dann gebaut wird, ist noch nicht endgültig entschieden. Der Bebauungsplan sieht dort sechsgeschossige Bauten in der üblichen Traufhöhe von 22 Metern vor. Marc Schulte (SPD), Stadtrat für Stadtentwicklung in Charlottenburg-Wilmersdorf, ermunterte in der RBB-Abendschau allerdings die künftigen Bauherren, „weiter zu denken“ als in den Grenzen des Bebauungsplanes.

Corvin Tolle betonte, die drei Gebäude stünden nicht unter Denkmalschutz. Im Neubau seien wegen der Lärmbelastung in diesem Bereich keine Wohnungen vorgesehen. Arkaden im Erdgeschoss werde es aber wohl wieder geben, möglicherweise neben Büros auch ein Hotel. Tolle sieht die Pläne für das Areal als Teil des Aufschwungs in der City West. Die sei wieder sehr gefragt. Vor allem am Breitscheidplatz tut sich viel – mit dem Neubau der beiden Hoteltürme „Waldorf Astoria“ und „Upper West“ sowie dem bald fertigen „Bikini-Berlin“.

Investor Hines hat auch das Geschäftshaus „Upper Eastside“ an der Friedrichstraße sowie „Die Mitte“ auf dem Alex gebaut. Dort plant er zudem ein Hochhaus.

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