Übergabefest

Wer in das sanierte Haus Cumberland am Kudamm einzieht

Nach knapp zweieinhalbjähriger Bauzeit ist das Haus Cumberland am Berliner Kurfürstendamm weitgehend saniert und wurde nun seinen neuen Eigentümern übergeben.

Das Parkett ist noch nicht ganz verlegt, da steht der erste Besucher schon im Wohnzimmer. Klaus Wowereit. Die Sauna des Penthouses im Dachgeschoss findet der Regierende Bürgermeister „schon mal nicht schlecht“. Was die Badewanne im Schlafzimmer soll, weiß er nicht. Mit dem Blick über Berlin kann er sich jedoch wieder anfreunden: „Ja, das ist nett.“

Klaus Wowereit ist am Sonnabend zum Übergabefest der Wohnungen im Haus Cumberland gekommen. Bevor Reden von ihm, den Investoren Dirk Germandi, Detlef Maruhn, Thomas Bscher und Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann gehalten, das Buffet (Lachs, Risotto, Mango-Crumble) eröffnet und die Schlüssel mit Schaf (Glücksbringer?) übergeben werden, lässt sich Wowereit ein paar der Wohnungen zeigen. Neben Ferdinand von Schirach, Günther Jauch und Fußballnationalspieler Toni Kroos sollen auch ein Porsche-Vorstand und ein Ex-Sony/BMG-Geschäftsführer Wohnungen erworben haben.

Die Wohnung, in der Klaus Wowereit steht, gehört Denise und Adrian Budack. „Echt, der war bei uns?“, fragen sie. Das Paar steht im Hof, noch ohne Schlüssel. „Witzig. Aber natürlich in Ordnung.“ Die 28-jährige Charlottenburgerin wollte schon immer direkt am Kudamm wohnen, erzählt sie. „Dass dieser Wunsch jetzt in Erfüllung geht, ist wie im Märchen.“

Bscher, Germandi und Maruhn haben 120 Millionen Euro in das vom Adlon-Architekten Robert Leibniz als Boarding-House erbaute Gebäude investiert. Das „Grosz“ von Roland Mary, der Flagshipstore von Karl-Heinz Müller, ein paar Praxen und Kanzleien sowie 166 Wohnungen und 17 Penthouses sind entstanden. Zum Übergabefest am Sonnabend sind die Bauarbeiten fast beendet. Hier und da fehlt noch eine Pflanze in den Blumenkästen, wird in den Dachetagen noch gearbeitet. „Das Leben ist eine Baustelle,“ sagt Klaus Wowereit und wundert sich über die kleinen Waschbecken des Gästebades in einer weiteren Wohnung auf seinem Rundgang. „Der Käufer wollte das so,“ sagt Dirk Germandi.

Im selben Hausteil haben Ulla und Heiner Pietzsch die Dachgeschosswohnung erworben. Sie sind zum Fest gekommen. „Das ist ein Glücksfall für den Kudamm“, sagt Heiner Pietzsch, „wir werden zwar erst mal nicht einziehen – unser Haus ist so schön, aber später dann.“ In gute Nachbarschaft. Rolf Eckrodt, Aufsichtsratsvorsitzender Huawei Technologies gehört zu den Käufern, „J. Luhukay“ ist auf einem Klingelschild zu lesen, „Neugebauer“ an einem der Lofts im Hof.

64 Überwachungskameras sollen ungebetene Gäste abhalten. „Das ist natürlich auch praktisch für die Ehefrauen, das können die sich dann angucken,“ sagt Klaus Wowereit auf dem Weg in die Tiefgarage, letzte Station des Rundgangs. „Nein, das geht verschlüsselt an die Kriminalpolizei,“ sagt Germandi. In der Garage, hell und luftig, läuft Musik. „Kuschelig“, sagt Klaus Wowereit. Ob er sich selbst auch eine Wohnung gekauft habe? „Nee“, sagt er, „dit kann ick mir nicht leisten.“

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