Charlottenburg

Boot gekentert - Berliner stirbt bei Unfall an Schleuse

Bei einer missglückten Schleusung ist ein Boot in Berlin-Charlottenburg gekentert. Ein Mann und eine Frau gingen dabei über Bord. Feuerwehrtaucher zogen den 33-Jährigen tot aus dem Wasser.

Foto: Andreas Gandzior

Der 33 Jahre alte Fahrer eines gemieteten Motorboots ist am Montagvormittag in der Charlottenburger Schleuse aus noch ungeklärter Ursache in die Spree gestürzt und dabei ertrunken. Die ein Jahr jüngere Begleiterin des Opfers konnte gerettet werden und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei geht von einem Unfall aus, Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nicht. Das Opfer soll nun obduziert werden.

Seil löste sich vom Poller

Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers war der 33-Jährige während einer missglückten Schleusung nahe der Rudolf-Wissell-Brücke an der Spree ins Wasser gefallen. Das bereits angeleinte Boot habe sich von der Schleusenmauer gelöst und dann quer gestanden. Der Mann und die Frau seien ins Wasser gefallen, so der Sprecher. Unklar ist, warum sich ein Seil vom Poller lösen konnte. Der Schleusenwärter brach sofort den Schleusenvorgang ab und alarmierte um 9.52 Uhr die Feuerwehr.

Die Einsatzkräfte konnten die 32-Jährige, die sich zunächst an der Kaimauer festhalten konnte, aus dem Wasser retten. Der 33-Jährige, der nach dem Sturz vom Motorboot sofort untergegangen war, wurde von Feuerwehrtauchern bewusstlos entdeckt und an Land gebracht. Die sofort eingeleiteten Wiederbelebungsversuche eines Notarztes waren jedoch vergeblich. Warum der Mann nach seinem Sturz nicht wieder auftauchte, ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

Schleusenwärter erlitt Schock

Der Schleusenwärter erlitt während des Rettungseinsatzes einen Schock. Der Mann wurde nach Angaben der Feuerwehr ebenso wie die leicht verletzte 32-Jährige zur Behandlung in die nahe gelegene Schlosspark-Klinik eingeliefert. Wie die Polizei mitteilte, stammt der Verunglückte aus Berlin, während die Begleiterin in der Hauptstadt nicht polizeilich gemeldet ist. Für das Anbringen der Halteseile an den Pollern in Schleusen ist üblicherweise die Bootsbesatzung verantwortlich. Unklar war nach Polizeiangaben zunächst, ob die beiden Bootsinsassen über hinreichend Erfahrung beim Steuern und Schleusen von Booten verfügten.

Erst vor etwas mehr als einer Woche war ein 30 Jahre alter Mann in Mitte nach dem Sturz von einem Party-Schiff ertrunken. Der junge Mann war am

24. August während einer Kostümfeier von einem gecharterten Ausflugsdampfer in Höhe des Kapelle-Ufer in die Spree gestürzt und nicht wieder aufgetaucht. Feuerwehrtaucher konnten den jungen Mann nach 50 Minuten nur noch leblos bergen.