Ein Berliner Lehrer der Nelson-Mandela-Schule in Berlin-Wilmersdorf soll sich an einem 13 Jahre alten Jungen vergangen haben. Gegen den Mann wird wegen schweren sexuellen Missbrauchs ermittelt.

Der Grundschullehrer hatte sich am Freitag selbst bei der Polizei angezeigt, wie aus einem internen Brief der Schule hervorgeht, mit dem Schulleiter Christian Nitschke die Schulgemeinschaft informiert hat. Das Schreiben liegt der Berliner Morgenpost vor.

Die Polizei hatte der Berliner Morgenpost bereits am Mittwoch auf Anfrage bestätigt, dass beim Landeskriminalamt ein Ermittlungsverfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs an einem Kind geführt werde.

Aus dem Brief der Schulleitung geht hervor, dass der 13-Jährige die Sekundarschule besucht und der Lehrer an der Grundschule unterrichtet, organisatorisch gehören beide Bereiche zusammen.

Die Tat habe sich aber nicht an der Schule an der Pfalzburger Straße, sondern „vollständig im privaten Bereich“ der Familien von Lehrer und Schüler ereignet, schreibt Christian Nitschke.

Auch die Familie des 13-Jährigen hat Anzeige erstattet. Die Familien des Lehrers und des Schülers sollen sich auch privat kennen.

Nach Angaben der Berliner Senatsbildungsverwaltung wurde der mutmaßliche Täter suspendiert. Schulpsychologen seien eingeschaltet worden, sagte Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) der Berliner Morgenpost.

Die Bildungseinrichtung stelle Hilfen bereit, auch das Jugendamt biete Unterstützung an.

Eine der renommiertesten Schulen Berlins

Die Nelson-Mandela-Schule gehört zu den renommierten Schulen der Hauptstadt. Sie ist eine Sekundarschule mit Grundstufe und gymnasialer Oberstufe und die einzige öffentliche Schule Berlins, die zum Internationalen Abitur führt.

Die Schule umfasst alle Jahrgänge von der ersten bis zur 13. Klasse und ermöglicht neben dem internationalen Abschluss auch alle deutschen Abschlüsse. Viele Diplomatenkinder besuchen die Schule. Bei den diesjährigen Abiturergebnissen lag die Nelson-Mandela-Schule mit einem Durchschnitt von 2,0 bei den Integrierten Sekundarschulen an erster Stelle.

Elfi Jantzen (Grüne), Bildungsstadträtin von Charlottenburg-Wilmersdorf, zeigte sich entsetzt über den Vorfall. „Die Schule hat die richtigen Maßnahmen eingeleitet“, so Jantzen. Die Stadträtin bezeichnet die Nelson-Mandela-Schule als eine sehr beliebte Einrichtung. Sie sagte, dass wegen der großen Nachfrage nach Schulplätzen dort in diesem Schuljahr eine Filiale an der Babelsberger Straße gegründet worden sei. In der Filiale seien eine zusätzliche erste Klasse sowie eine siebte Klasse untergebracht. Die Filiale solle mittelfristig selbstständig werden, so Jantzen.

Mit mim/dpa