Nach fast zwei Jahren Bauarbeit wurde das offene Geheimnis am Montag auch offiziell gelüftet: Apple hat sich als Bauherr eines sogenannten Flagship Stores in Berlin-Charlottenburg zu erkennen gegeben.

Arbeiter auf dem Kurfürstendamm enthüllten auf der schwarzen Wand vor dem Eingang ein leuchtendes Apple-Logo, daneben der Schriftzug: „Der erste Apple Store Berlins. Demnächst hier”.

Das viel erwartete Geschäft entsteht im Haus Wien, das in den Jahren 1912/1913 als eines der ersten Lichtspielhäuser in Berlin im Stile des Wilhelminischen Klassizismus mit tempelähnlicher Fassade gebaut wurde. Der Prachtbau erlebte den Übergang vom Stummfilm zum Kino und galt lange Zeit als Ort für Film-Premieren, doch aufgrund des Besuchermangels musste er im April 2000 schließen.

Als Apple Store wird das Haus zu einem von rund 800 Geschäften des US-Konzerns weltweit, darunter zehn in Deutschland. Mit mehr als 5000 Quadratmetern Fläche auf vier Etagen, inklusive einem acht Meter hohen ehemaligen Kinosaal, wird der Kudamm Store der mit Abstand größte.

Gerüchte über Eröffnung Anfang Mai

Doch bis jetzt können ihn Berliner nur schlecht bis gar nicht sehen. Baucontainer und Lieferwagen stehen auf der Straße, eine hohe schwarze Wand verhüllt weiterhin den Eingang. Ein Arbeiter meint, etwas Bemerkenswertes gäbe es auch hinter der schwarzen Kulisse nicht. „Hier ist noch alles Baustelle“, sagt er mit einem Lachen und hält kurz eine Tür auf, hinter der hauptsächlich hektische Arbeiter und viel Staub zu sehen sind.

Einen offiziellen Eröffnungstermin kennt der Bauarbeiter nicht, er hat aber Gerüchte über die erste Mai-Woche gehört – ein Datum, über das auch Apple-Fans in Online-Portalen munkeln. Der Konzern wollte keinen Termin bestätigen. „Alles was ich sagen kann, ist, dass es noch keine aktuelle Ankündigung zur Eröffnung gibt“, sagte ein Sprecher.

Niedrigerer Quartalsgewinn für Apple erwartet

Auch die AG City gab an, über kein Eröffnungsdatum informiert zu sein. Eigentlich war eine Eröffnung schon im vergangenen November erwartet worden, doch eine unerwartet schlechte Substanz des denkmalgeschützten Altbaus habe zu Verzögerungen geführt.

Die Ladengeschäfte von Apple sind nicht nur ein Teil der Markenstrategie des US-Konzerns, sondern erwirtschaften riesige Umsätze. Doch aus den USA kommen derweil schlechte Nachrichten für Apple: Der Konzern wird wohl erstmals seit einem Jahrzehnt einen niedrigeren Quartalsgewinn ausweisen.

Schuld seien neue Produkte mit geringeren Margen und ein nachlassendes Wachstum beim Absatz des iPhones. Analysten erwarten beim Umsatz ein Plus von acht Prozent auf 42,4 Milliarden Dollar – hört sich viel an, wäre aber die schwächste Zuwachsrate seit 2009.

nmo