Mehr als 11.400 Menschen haben die Petition zum Schutz des Humboldthain Clubs in Berlin-Gesundbrunnen schon unterzeichnet. Die Verantwortlichen wehren sich gegen den Bau eines Hotels in der Nachbarschaft am S-Bahnhof Humboldthain. Und die Lage scheint zunehmend ernst zu werden. In einer Instagram-Story vom Mittwoch hatten die Betreiber Alarm geschlagen: „Ist jetzt Schluss mit lustig?“ Und weiter: „Vor unserem Club rollen die Bagger.“

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Am Donnerstagvormittag war von all der Aufregung nichts mehr zu sehen. Kein Bagger, das Grundstück verweist. Die Clubbetreiber fürchten die eigene Verdrängung, weil auf einem Grundstück in der Hochstraße 46 ein Neubau entstehen soll. Der Bauherr hatte seine Pläne zuletzt von 120 Mikroapartments zu einem Hotel abgeändert. Für die Betreiber bleiben die Pläne ein Problem: Wo Menschen schlafen und wohnen, könnten Nutzungskonflikte entstehen. Der Club mit seinem Garten, Musik und vorwiegend an den Wochenenden zahlreichen Gästen könnte bei den Bewohnerinnen und Bewohnern als störend empfunden werden.

Club-Betreiber fürchten Aus wegen geplanter Bebauung am Humboldthain

Die Folge könnte sein, dass der Club gehen müsse, weil er sich nicht länger mit dem Lärmschutz in Einklang bringen lasse, so die Angst. Diese Befürchtung hatte Betreiber Ludwig Eben im Januar gegenüber dieser Redaktion geäußert und eine Petition für den Schutz des Humboldthain gestartet. Darin heißt es unter anderem: Das Grundstück befinde sich in einem Gewerbegebiet „und ist nicht für Wohnnutzung ausgewiesen“. Eine erneute Anfrage beim Betreiber zu den ersten Bauarbeiten blieb noch unbeantwortet.

Humboldthain Club in Berlin-Gesundbrunnen
Derzeit liegt das Grundstück in der Hochstraße 46 in Berlin-Gesundbrunnen idyllisch da. Und leer. Doch hier sollen bereits die ersten Bagger angerollt gekommen sein. Der Bauherr will ein Hotel bauen. Der Club Humboldthain fürchtet seine Verdrängung. © Berliner Morgenpost | Julia Lehmann

Das Bezirksamt Mitte hätte mitgeteilt, dass es derzeit lediglich eine Baugenehmigung für ein Bürogebäude gebe. Der Bauherr stamme aus Luxemburg. Das Unternehmen trägt den Namen „Periskop Development“. Beim Bezirksamt sei ein Antrag auf den „Neubau eines Gebäudes mit Beherbergungsnutzung ab dem 1. OG und gewerblicher Nutzung im EG“ gestellt worden.

Unklarheit bei Mikroapartments: Bezirksamt prüft Genehmigung

Zuletzt habe dieser Antrag aber nur unvollständig vorgelegen, sodass er so nicht genehmigungsfähig ist. Den Plan, ein Bürogebäude auf das Grundstück zu setzen, habe das Unternehmen verworfen. Das Bezirksamt teilte zuletzt mit, dass es vollkommen offen sei, ob das Projekt genehmigt werden könne.

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Den Humboldthain Club gibt es seit dem Jahr 2013. Er befindet sich direkt am S-Bahnhof Humboldthain und ist Teil des Bahnhofsgebäudes. Zwischen dem Clubgelände befindet sich ein Spielplatz, der direkt an das für das Hotel geplante Grundstück angrenzt. Der Clubgarten grenzt aber zu einem geringen Teil ebenfalls an die Fläche an.

Unterstützung bekam der Humboldthain Club aus der Politik. Die beiden Kandidatinnen der Linken für das Abgeordnetenhaus, Deike Janssen und Martha Kleedörfer, sowie die linke Bundestagsabgeordnete Stella Merendino hatten einen Einwohnerantrag gestartet.