Arbeiten jenseits der eigenen vier Wände, allerdings ohne das Haus zu verlassen: Das will das kommunale Wohnungsbauunternehmen Gesobau zusammen mit der Cowork AG ermöglichen. In zwei Neubauprojekten im Bezirk Pankow bieten die Unternehmen ab sofort unter dem Namen Gesoworx sowohl Wohnungen als auch zeitlich flexibel mietbare Arbeitsplätze in einem Coworking-Space an. Bewohner, die in ihrem Haus auch arbeiten wollen, bekommen einen Rabatt.
„Wir haben die Notwendigkeit von flexibel mietbaren Arbeitsplätzen in unmittelbarer Nähe der eigenen Wohnung erkannt“, sagt Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender der Gesobau. Das Unternehmen biete seit 123 Jahren sowohl Wohnungen als auch Gewerberaum an - und nun auch Coworking-Arbeitsplätze.
In Weißensee werden nach Angaben des Unternehmens 30 Arbeitsplätze und zusätzlich Büro- und Meetingräume auf zwei Etagen und in der Remise im Garten des Gebäudes zur Verfügung gestellt. In der Mühlenstraße 24 in Pankow sind auf jeder der vier Etagen ein voll ausgestatteter Büroraum für zwei Personen und im Erdgeschoss ein Coworking-Bereich mit neun Arbeitsplätzen und einem Projekt und Meetingraum vorhanden.
Coworking im eigenen Haus soll Alternative zum Homeoffice sein
Partner für den Betrieb der Arbeitsplätze ist die Cowork AG, die seit 2017 sowohl für die öffentliche Hand als auch Immobilieneigentümer Coworking-Spaces in ganz Deutschland entwickelt und betreibt. „Die Konzepte unserer Spaces basieren auf wissenschaftlichen Forschungen zu New Work und flexiblen, innovativen Arbeitszeitmodellen“, sagt Cowork-CEO Tobias Kollewe. Für Start-ups und Selbstständige solle so eine „Symbiose aus Wohnen und Arbeiten“ entstehen.

Ein Konzept, das auch Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) überzeugt: „Der Coworking Space im eigenen Wohnhaus spart nicht nur Pendelzeiten und damit den CO2-Fußabdruck, sondern ermöglicht auch den Spagat zwischen Familien- und Arbeitswelt ein bisschen besser zu schaffen“, so die SPD-Politikerin. Das Konzept sei eine sinnvolle und praktische Antwort für immer mehr Berlinerinnen und Berliner, die heute flexibler arbeiten können.
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Die Idee geht dabei offenbar auch aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer auf. Nach Angaben der Gesobau sind bereits mehr als 85 Prozent der Arbeitsplätze vermietet. Unter anderem auch von Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden Arbeitswege ersparen wollen und die Kosten übernehmen. In der Langhansstraße kostet ein monatlich kündbarer Arbeitsplatz etwa 161, ein Büro mit bis zu fünf Arbeitsplätzen 1251 Euro. Dazu gibt es schnelles Internet per Wifi, eine Wasser- und Kaffee-Flat und Zugriff auf einen Netzwerk-Drucker. Gesobau-Mieter erhalten 20 Prozent Rabatt.


