Fünf Jahre Bauzeit, rund 34 Millionen Euro Kosten und eine Belastungsprobe für den gesamten Verkehr in Pankow und dem Norden Berlins: Beim Abbruch und Neubau der Schönhauser-Allee-Brücke sind immense Auswirkungen zu erwarten. Erste Simulationsbilder des Senats zeigen nun das neue Brückenbauwerk, wie es ab dem Jahr 2030 Autos, Straßenbahnen, Radfahrer und Fußgänger über den Graben der Ringbahn führen soll. Ab sofort können Berliner im Rahmen eines Online-Beteiligungsverfahrens zu dem Großprojekt Stellung nehmen, das nach jetzigen Stand ab 2025 mit dem Abriss der alten Brücke beginnt.
Eine „technische Herausforderung“ sei dieses Vorhaben vor allem deshalb, weil sich die ab 1886 errichtete alte Straßenbrücke und ihre direkte Umgebung an einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Prenzlauer Berg befindet. Bei den Planungen steht das verantwortlichen Expertenbüro vor der Herausforderung, Abriss und Neubau so zu gestalten, dass möglichst wenig Einschränkungen auf der BVG-U-Bahnlinie U2, bei der S-Bahn und beim Fernverkehr der Deutschen Bahn entstehen. Doch auch die Autoverkehrsverbindungen zwischen Pankow und dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte dürften massiv von den Bauarbeiten beeinträchtigt sein.
„Das Ziel ist es, die verkehrlichen Auswirkungen der Bauarbeiten an diesem wichtigen Verkehrsknotenpunkt so gering wie nur möglich zu halten. Ein wichtiger Teil der Planungen sind daher Untersuchungen von möglichen Verkehrsführungen während der Bauzeit“, meldet die Senatsverwaltung für Mobilität. Auch die Auswirkungen auf das „dicht bebauten Areal, das mit Wohnraum und Geschäften intensiv genutzt wird“, sollen so gering ausfallen wie möglich. Sorge bereitet vor allen die Nähe des Einkaufszentrums Schönhauser-Allee-Arcaden direkt an der Brücke.
Schönhauser Allee: Neugestaltung im Frühjahr lässt den Bereich der Brücke aus

Auffällig an den neuen Simulationsbildern: Der breite Radweg auf der rechten Spur der Schönhauser Allee. Hier soll sich also nach Abschluss der Arbeiten ab 2030 die Fortführung des jetzigen fahrradfreundlichen Umbaus im Abschnitt zwischen den U-Bahnhöfen Eberswalder Straße und Schönhauser Allee ergeben.
Bei der Neugestaltung der Pankower Magistrale ab diesem Frühjahr mit 2,50 Meter breiten, geschützten Radwegen anstelle von 150 Parkplätzen ist der nördliche Abschnitt im Bereich der Schönhauser-Allee-Brücke bewusst ausgeklammert. Denn Senat und Bezirksamt Pankow wollen verhindern, dass Bau- und Planungskosten für einen Radweg ausgegeben werden, der beim Neubau der Brücke einem Abriss zum Opfer fällt. Damit ist klar: Erst nach dem Brückenneubau ergibt sich für Radfahrer auf der Schönhauser Allee eine durchgängige, sichere Verbindung aus einem Guss.
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