Bio, vegan und abgefahrene Aromen: Wie hältst du es mit dem Eis? Diese Frage sagt auch etwas über den Charakter und verrät persönliche Vorlieben. In Pankow wetteifern Eismacher schon seit dem ersten Frühlingsschub im März um die Gunst von Schleckermäulern und Glace-Liebhabern. Die Morgenpost testet fünf Anbieter in mehreren Preisklassen und mit verschiedenen Konzepten. Und empfiehlt auch Alternativen zu den bekannten Platzhirschen in Prenzlauer Berg.

1. Eispatisserie Hokey Pokey

Eisverkäufer Niko Robert im „Hokey Pokey“-Stammladen an der Stargarder Straße.
Eisverkäufer Niko Robert im „Hokey Pokey“-Stammladen an der Stargarder Straße.© picture alliance / dpa | Jörg Carstensen

Dies ist der absolute Gegenpol zu 0815-Eissorten aus dem Supermarkt. Wer Schoko und Vanille bevorzugt, den werfen die Kreationen von „Hokey Pokey“ geschmackstechnisch einfach aus der Bahn. „Schoko-Ziege“, „Laphroaig Scotch Whisky“, „Mohn-Parzipan“ und „Lebkuchen mit Zimt und Amarenakirschen“ sind nur einige der Aromen, die Kunden an den drei Filialen im Bezirk kosten können. Seit 2013 kennt man in der Stargarder Straße das Prenzlauer Berger Stammhaus des Unternehmens, was wegen überfüllten Bürgersteigen schon für Schlagzeilen sorgte. Inzwischen gibt es auch einen Ableger in der Oderberger Straße südlich des Mauerparks, wo Hokey Pokey mit der „PAR Creamery“ fusionierte. Wer direkt am Herstellungsort eine Kugel schlecken will, besucht den Laden am U-Bahnhof Vinetastraße im Süden von Alt-Pankow. Und wer sich Hokey Pokey-Eis auf den Balkon holen will, kann es sich mit Lieferdiensten wie Lieferando oder Gorillas auch bringen lassen.

Eispatisserie Hokey Pokey Stargarder Straße 72, Mo-So 12:00 bis 19:00 Uhr / Oderberger Straße 38, Mo-So 12:00 bis 19:00 Uhr / Berliner Straße 49a, Mo-So 12:00 bis 19:00 Uhr

2. Alphi’s Eis

Alphonse Lumumba gründete 2019 im Pankower Florakiez "Alphi’s Eis" – und bezieht frische Pistazien direkt aus Bronte.
Alphonse Lumumba gründete 2019 im Pankower Florakiez "Alphi’s Eis" – und bezieht frische Pistazien direkt aus Bronte.© Unbekannt | Thomas Schubert

Schon als Schüler tüftelte Alphonse Lumumba an seinen Spezialitäten – „meine erste Eiskugel habe ich neben dem Abitur verkauft“, erzählt der Inhaber eines der erfolgreichsten neueren Läden in Pankow. Seit 2019 betreibt Lumumba im Florakiez „Alphi’s Eis“ mit Sitzterrasse unweit des Bezirksmuseums in der Heynstraße. Dort serviert der stets freundlich grüßende Eismann seine Kreationen vor allem mit Milch in Bioqualität von der Gläsernen Molkerei. Eine Zutat, die der Chef persönlich an Ort und Stelle verarbeitet. Und auch wenn Lumumba immer ein offenes Ohr für Vorschläge der Kunden hat, beweist er sein Können am liebsten mit der Vorzeige-Sorte schlechthin: der Pistazie aus Bronte – die er sich tatsächlich frisch aus der sizilianischen Ortschaft am Fuße des Vulkans Ätna nach Pankow liefern lässt: „Das ist auf jeden Fall die Premiumsorte. Aber bei all unseren Kreationen wollen wir eine schöne Cremigkeit hinbekommen. Übrigens auch beim Fruchteis.“

Alphi’s Eis Heynstraße 33, 13187 Berlin, Mo-So 12:00 bis 19:00 Uhr

3. Tribeca

Eismann Paul serviert im "Tribeca Ice Cream" in Prenzlauer Berg vegane Köstlichkeiten.
Eismann Paul serviert im "Tribeca Ice Cream" in Prenzlauer Berg vegane Köstlichkeiten.© Unbekannt | Thomas Schubert

Wer hochklassiges veganes Eis sucht, kommt an Tribeca im Kollwitzkiez von Prenzlauer Berg nicht vorbei. Auf Basis von Produkten wie Reismilch oder Kokosöl lassen sich hier in einem unscheinbaren Lädchen an der Rykestraße abgefahrene Sorten von „Banana Walnut“ bis zur „Raw Chocolate“ oder „Hazelnut Baobab“ verspeisen. Als Hit für diesen Frühling empfiehlt Eis-Mann Paul der Berliner Morgenpost die fruchtig-cremige Spezialität „Yuzu-Cheesecake“. Nach erfolgreichen Jahren in Prenzlauer Berg entschied sich das Lokal, auch in Kreuzberg einen Ableger zu eröffnen. Hier wie dort gilt: Wer soya- und glutenfrei schlecken will, geht zu Tribeca.

Tribeca Rykestraße 40, 10405 Berlin, Mi bis Sa 13:00 - 18:00, So, 13:00 - 19:00 Uhr

4. Kleine Eiszeit

Vom Softeis mit Topping bis zur originellen Saison-Kreation: Die „Kleine Eiszeit“ in der Stargarder Straße.
Vom Softeis mit Topping bis zur originellen Saison-Kreation: Die „Kleine Eiszeit“ in der Stargarder Straße.© Berliner Morgenpost | Jörg Krauthöfer

Mammuts oder Säbelzahntigern wird man in der „Kleinen Eiszeit“ nicht begegnen. Doch mit einer Betriebszeit von über 20 Jahren ist der kleine Laden gegenüber der Gethsemanekirche durchaus eine Institution. Und ein Tipp gerade für jene Liebhaber der kühlen Kost, die eine Schwäche für Softeis haben. Das wird auf Wunsch mit knusprigen oder nussigen Toppings gereicht. Ansonsten versucht auch dieser Traditionsbetrieb mit originellen Geschmackssorten wie „Johannisbeere-Ananas“ oder „Balsamico-Essig“ eine experimentierfreudige Kundschaft anzusprechen. So behauptet sich die „Kleine Eiszeit“ als Dauerbrenner im Kiez gegen starke Konkurrenz.

Kleine Eiszeit Stargarder Straße 7, 10437 Berlin, Mo bis So 13:00 - 20:00 Uhr

5. Eisspatz

Wenn es um Eisessen in Weißensee geht, kommt am „Eisspatz“ nicht vorbei.
Wenn es um Eisessen in Weißensee geht, kommt am „Eisspatz“ nicht vorbei.© Unbekannt | Thomas Schubert

Auch in Weißensee lässt sich trendbewusst und abwechslungsreich eine kalte Köstlichkeit genießen. Gleich gegenüber der Ruine der Bethanienkirche auf dem Mirbachplatz sitzt der „Eisspatz“ mit einem Portfolio aus klassischen Sorten und gewitzten Kreationen wie „Holunderblüte-Erdbeer-Minze“, „Casablanca mit Couscous“ und „Brownie mit Süßkartoffel“. Weil auch der „Eisspatz“ Wert auf Nachhaltigkeit legt, kommen Zutaten auf kurzem Wege aus der Region. Nicht umsonst betreibt der Laden einen eigenen Hof in der Uckermark, wo man Holunder oder Minze aus eigenem Anbau erntet. Und wer keinen Appetit auf Eis hat, kann in Weißensees Spitzen-Eisdiele auch Kuchen oder Waffeln ordern.

Eisspatz Schönstraße 1 13086 Berlin, täglich bis auf Donnerstag, 14:00 - 18:00 Uhr

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