Urlaub für einen Tag

In der Döberitzer Heide sieht man Wildtiere ganz nah

Zehn Kilometer westlich von Berlin hat die Stiftung des verstorbenen Tierfilmers Heinz Sielmann den früheren Truppenübungsplatz Döberitzer Heide vom Land Brandenburg gekauft. Hier können Familien und Tierfreunde mehr als 1000 seltene Tier- und Pflanzenarten bewundern. Sie werden auf dem 30 Quadratkilometer großen Gelände geschützt und bewahrt.

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Zehn Kilometer westlich von Berlin hat die Stiftung des verstorbene Tierfilmers Heinz Sielmann den früheren Truppenübungsplatz Döberitzer Heide von Land Brandenburg gekauft. Hier können Familien und Tierfreunde mehr als 1000 seltene Tier- und Pflanzenarten bewundern.

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„Komm ma’, komm ma’, Dicke, komm, komm!“ – Peter Nitschke braucht eine kräftige Stimme und einen langen Atem, um die mächtigen Wisente vom anderen Ende des weitläufigen Geheges zur Brücke am Hauptweg zu locken. Erst nach langem Zögern setzen sich die braunen Kolosse hinter ihrer Leitkuh gemächlich in Bewegung.

„Die sehen genau, dass ich keinen Futtereimer habe“, sagt der Chef der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide gGmbH und lässt dann doch einige Möhren herbeibringen. Der zweijährige Linus macht auf dem Arm seiner Tagesmutter Daniela Neubauer große Augen, als sich die gewaltigen Rinder – europäische Verwandte des amerikanischen Bisons – zu seinen Füßen genüsslich über das Gemüse hermachen.

Tiere für naturentwöhnte Städter

Rund zehn Kilometer westlich Berlins hat die Stiftung des verstorbene Tierfilmers Heinz Sielmann den früheren Truppenübungsplatz Döberitzer Heide von Land Brandenburg gekauft, um die mehr als 1000 seltenen Tier- und Pflanzenarten auf dem mehr als 30 Quadratkilometer große Gelände zu bewahren. In den Schaugehegen bei Elstal (Kreis Havelland), südlich der Bundesstraße 5, will die Stiftung nicht nur alte Wildtierrassen naturentwöhnten Städtern nahebringen, sie wird Wisente, Przewalski-Pferde und Rotwild auch in der Döberitzer Heide auswildern.

Tagesmutter Daniela Neubauer aus Falkensee geht mit ihren Gruppen regelmäßig in die Schauanlagen: „Für Kinder ist das hier wunderbar. Sie sind an der frischen Luft und die Tiere machen ihnen einen Heidenspaß“.

Ein rund drei Kilometer langes Wegenetz – streckenweise als Naturlehrpfad angelegt - führt mitten durch 21 Hektar große Anlage mit den Gehegen sowie einmal rund um die Gatter herum. An überdachten Rastpunkten kann man ein Picknick mit Blick auf die Tiere machen.

In einem kleinen Streichelzoo haben Kinder hautnahen Kontakt zu Ziegen und Schafen. Die Kids können den kleinen Spielplatz nutzen, im Insektenhotel die Lebensweise von Bienen und Käfern beobachten oder in Tastkästen erfühlen, welche Pflanzen und Früchte die Döberitzer Heide hervorbringt. Eine original mongolische Jurte steht auf Anfrage für Kinderfeste bereit. Von Sielmanns Schaugehege führen ausgewiesene Wanderwege weiter in die Döberitzer Heide. Rund 35 Kilometer sind von Munition beräumt und gefahrlos zu begehen. 2010 soll das gesamte Naturschutzgebiet umrundet werden können.

Abstecher: Olympischen Dorf und Designer-Outlet-Center

Wem nach soviel Natur noch der Sinn nach einem Kulturerlebnis steht, findet nördlich der Bundesstraße 5, am Ende der Rosa-Luxemburg-Allee, eine geschichtsträchtige Anlage: das Olympische Dorf von 1936. Architekt Werner March entwarf im Auftrag der Wehrmacht zur Berliner Olympiade von 1936 westlich der Stadt eine Anlage für 4000 männliche Sportler mit Unterkünften, Trainings- und Freizeiteinrichtungen.

Nur wenige Bauten haben die mehr als 50 Jahre militärischer Nachnutzung durch russische Streitkräfte überdauert, darunter Turn- und Schwimmhalle, das Speisehaus der Nationen, in denen Athleten aus 50 Ländern getrennt voneinander verköstigt wurden, und die Unterkünfte des amerikanischen Teams mit dem Zimmer des Ausnahmesportler Jesse Owens.

Viel neueren Datums ist eine weitere Elstaler Besucherattraktion: Das B5 Designer Outlet Center wurde komplett umgestaltet. In Häuschen im Stil einer märkischen Kleinstadt gibt es in mehr als 40 Shops große Marken aus Vorjahreskollektionen oder Überproduktion zu Schnäppchenpreisen. Während die Eltern in Ruhe durch die Geschäfte bummeln, dürfen sich Kinder im hauseigenen Kids-Club noch einmal richtig austoben.

Die nächste Folge: Künstler, Kanus und Kamele – Erlebnisse rund um die Fontanestadt Neuruppin.