Urlaub für einen Tag

Im Schlaubetal hat die ganze Familie Spaß an Natur

Blumenpracht, Schluchten, Heidschnucken, Adler und Waschbären. All das bietet das Schlaubetal. Östlich von Berlin liegt eine Naturidylle, die sich zu Fuß und mit dem Fahrrad auch mit der ganzen Familie wunderbar erkunden lässt.

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Blumenpracht, Schluchten, Heidschnucken, Adler und Waschbären. All das bietet das Schlaubetal. Östlich von Berlin liegt eine Naturidylle, die sich zu Fuß und mit dem Fahrrad auch mit der ganzen Familie wunderbar erkunden lässt.

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Ein Name für das Hängebauchschwein-Ferkel ist schnell gefunden: Maxi. Der vierjährige Namensgeber heißt Maximilian und kommt aus Reinickendorf. Zwar weiß kein Mensch, welches Ferkel gemeint ist. Denn im Koben neben der Gaststätte Ragower Mühle tummeln sich gleich mehrere davon. Für Maximilian ist diese Begegnung der erste Höhepunkt der Tagestour.

Seine Eltern haben für ihren Trip das Schlaubetal ausgewählt. Ein wildromantisches Bachtal im Osten Brandenburgs, das mit seinen Seen und Teichen, den schmalen, bergigen Wegen, bis zu 30 Meter hohe Schluchten und der üppigen Vegetation einen ganz eigenen Charakter hat. Mehr als 1000 Pflanzenarten sind hier zu finden; sogar Orchideen wie der Frauenschuh. Und es ist ein Dorado für Vögel. Fast 200 Arten wurden schon beobachtet, darunter Seeadler, Fischadler, Uhu, Schwarzstorch und Eisvogel. Hier lässt sich, gerade für Familien aus der lärmigen Großstadt, die urwüchsige Natur entdecken – und auch die Ruhe. Wer jedoch Action sucht, ist in der 220 Quadratkilometer großen Heide- und Seenlandschaft fehl am Platz.

Schmalzbrote und Mühlenbesichtigung in den Pausen

Orientierungspunkt für Wanderer und Radfahrer ist das 22 Kilometer lange Flüsschen Schlaube. Es fließt von der Wirchenwiese, südlich des Wirchensees, bis zum Großen Müllroser See. Hier war auch der Ausgangspunkt für Maximilians Eltern. In der Stadt Müllrose – von der Autobahn aus leicht zu erreichen – haben sie am Restaurant „Haus Katharinensee“ ihren Wagen geparkt. Ein Fahrrad mit Kindersitz hatten sie dabei. Ein zweites haben sie sich im „Haus Katharinensee“ ausgeliehen.

Von dort aus waren knapp sieben Kilometer bis zu einer der Attraktionen des Schlaubetals: der Ragower Mühle, wo es auch Waschbären, Esel mit mehreren Fohlen, Gänse, Hühner, Enten und Fasane zu sehen gibt. Maximilians Eltern sitzen derweil in dem urigen Lokal, studieren die Karte und bedauern, dass es noch zu früh fürs Mittagessen ist. Aber ein Teller mit hausgemachten Schmalz- und Leberwurststullen darf es schon sein.

An den Nebentischen macht eine Ausflugsgruppe Rast. Sie haben beim Wirt eine Führung durch die Mühle gebucht, da dürfen sich andere Gästen natürlich anschließen. Und so ist in kurzer Zeit viel zu erfahren über die Funktion der im 12. Jahrhundert erbauten Wassermühle, die als technisches Denkmal wieder instand gesetzt wurde. Und ebenso über das traditionsreiche Handwerk der Müllers, die trotz schwerer Arbeit nicht so recht angesehen waren, weil sie als Betrüger galten und keine Waffen tragen durften.

Ein riesiger Teppich aus gelben Ginsterblüten

Der Fremdenverkehrsverein empfiehlt mehrere Wanderwege und Radtouren. Zwischen 9 und 50 Kilometer lang, es gibt auch Möglichkeiten für Übernachtungen. Maximilians Eltern haben sich für eine 20-Kilometer-Radtour über Schernsdorf und Kaisermühl entschieden. Das ist eine gute Strecke für Anfänger, die ja Pausen für die Kinder einplanen müssen. Interessant ist auch der südlich gelegene Naturpark Schlaubetal. Für Radwanderer wäre das von Müllrose aus aber wohl mindestens eine Zwei-Tage-Radtour. Einer der stillen Anziehungspunkte ist hier die Reicherskreuzer Heidelandschaft: ein riesiges Gebiet mit exotischen Pflanzen, seltenen Kleintieren und natürlich Heidschnucken, die das Gebiet sauber halten. Zu empfehlen ist ein Fernglas, mit dem sie von einem hölzernen Aussichtsturm aus beobachtet werden können.

Im Frühjahr wirkt das Gebiet wie ein riesiger Teppich aus gelben Ginsterblüten, wenn das Heidekraut blüht, wird es zum lilafarbenen Meer. Besucher können sich auf einem Naturlehrpfad orientieren. Den zu benutzen, ist auch aus anderen Gründen angeraten. Große Teile der Heidelandschaft sind noch immer gesperrt, weil sich auf dem einstigen Truppenübungsgelände Munitionsreste befinden.

Zu empfehlen ist auch der zum Naturpark gehörende Findlingspark Henzendorf. Auf einer großen Wiese liegen bis zu 30 Tonnen schwere Steinbrocken. Herkunft und Alter werden auf kleinen Schildern mitgeteilt. Einige dieser Findlinge wurden von Künstlern bearbeitet, zeigen keltische und germanische Malereien oder auch Kriegs- und Sonnengötter.

Bei Maximilians Eltern steht der Naturpark Schlaubetal für einen anderen Ausflugstag auf dem Plan. Diese Radtour soll dann im etwa 140 Kilometer von Berlin entfernten Henzendorf beginnen. Aber jetzt sind sie erst einmal erschöpft, als sie in Müllrose ihre Rundfahrt beenden und das Fahrrad im Haus Katharinensee wieder abgeben. Auf der Terrasse des Restaurants wird noch ein Eisbecher vertilgt. Und anschließend, Hängebauchschwein-Ferkel Maxi scheint vergessen, erlebt Maximilian noch einen Höhepunkt: Er darf im herrlich klaren Katharinensee baden.