Humboldthain

Hund erschossen - Polizei befragt Kollegen

Ein Polizist erschießt einen Hund - der Fall sorgt für Diskussionen - das Ordnungsamt weist auf die Leinenpflicht hin.

Blumen, Kerzen und ein Foto erinnern im Humboldthain an den Hund „Danti“, den der Polizist erschossen hat

Blumen, Kerzen und ein Foto erinnern im Humboldthain an den Hund „Danti“, den der Polizist erschossen hat

Foto: privat

Auch zwei Tage nachdem ein Polizeibeamter im Volkspark Humboldthain in Wedding einen Hund erschossen hat, wird weiter heftig über den Fall in den sozialen Netzwerken diskutiert. Die einen verteidigen den Schützen, der einen unangeleinten Rhodesian Ridgeback erschossen hat. Die anderen zeigen sich entsetzt. So schreibt Angi Jagsch: „Und sowas nennt sich Ordnungshüter!“

Zum Fall selbst hat die Polizei nicht viel Neues: „Wir haben den betroffenen Kollegen bislang nur kurz befragen können“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf am Mittwoch. Der Beamte habe ausgesagt, das Tier sei auf ihn zugerannt und zum Schutz seiner Person habe er geschossen. Ob dies, wie vom Hundehalter behauptet, aus 25 Meter Entfernung geschehen sei, dazu wollte Neuendorf keine Aussage machen: „Die Untersuchungen dazu laufen noch.“ Die Polizei stelle zwar die Behauptung des Hundehalters nicht in Frage, dass der fünfjährige Rüde ein friedliches Tier sei. Aber immerhin habe es der Ausführer des Hundes nicht geschafft, den Hund wieder an die Leine zu bringen, so Neuendorf.

Polizist verteidigt Schuss

Auf Facebook diskutiert auch ein Berliner Polizeibeamter über den Fall: Unter dem Namen Christian Schiller schreibt er: „Ein Angreifer kann unter Umständen mittels RMS, dem sogenannten Rettungsmehrzweckstock, im Volksmund Tonfa genannt, oder auch mal mit Pfeffer abgewehrt werden. Versuchen Sie das einmal bei einem Hund!“ Und in einem weiteren Post verrät er, dass er seit 28 Jahren seinen Dienst versieht und er Anfang der 90er-Jahre einen Hund in einer Neuköllner Kneipe erschießen musste, „nachdem dieser einen Kollegen in Arm und Bein gebissen hatte. Aber sicherlich wollte der auch nur spielen... da haben wir seinerzeit sicherlich etwas falsch verstanden“

Doch dürfen sich Berliner Polizeibeamte überhaupt zu einem aktuell Fall über Facebook oder Twitter äußern? Polizeisprecher Neuendorf sagt: „Privat dürfen sie sich äußern, sofern sie die Grundsätze des Beamtenrechts nicht verletzen und nicht das Ansehen des Berufs schädigen.“

Generelle Leinenpflicht in Grünanlagen

Der Leiter des Ordnungsamtes Mitte, Harald Strehlow, verwies am Mittwoch noch einmal auf die generelle Leinenpflicht hin. „In Berliner Grünanlagen ist es grundsätzlich untersagt, Hunde nicht angeleint mitzuführen“, sagte Strehlow. Die Leine dürfe zudem nicht länger als zwei Meter sein. Ausnahmen in den Grünanlagen gibt es nur in besonders markierten Hundeauslaufzonen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben nach Strehlows Angaben seit Angang des Jahres bislang 155 Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Leinenpflicht erstattet. In 22 Fällen seien Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Das geschieht dann, wenn es sich um eine Wiederholungstat handelt.

„Die Regelsätze bei Verwarngeldern liegen, je nach Fall, zwischen 35 und 55 Euro, sagt Strehlow. Bei gefährlichen Hunden, etwa Pit Bulls, Bullterriern und Mastino Espanol, die eine Liste im Berliner Hundegesetz aufführt, kann ein erhöhtes Bußgeld verhängt werden. „In besonders schweren Fällen kann das Bußgeld auch bis zu 5000 Euro betragen“, sagt der Ordnungsamtsleiter.