Hohenschönhausen

Spielberg und Hanks drehen Thriller in altem Stasi-Gefängnis

In der kommenden Woche dreht Hollywoodregisseur Steven Spielberg im Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit in Hohenschönhausen. Im Film mit Tom Hanks geht es um Spione im Kalten Krieg.

Foto: Steve Sands / GC Images

Der Hollywoodregisseur Steven Spielberg („E.T.“) dreht zurzeit für den Agententhriller „St. James Place“ in Berlin. Im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit finden kommende Woche Dienstag und Mittwoch (25./26. 11.) Dreharbeiten für den Film mit Tom Hanks („Forrest Gump“) in der Hauptrolle statt. Der Film unter Spielbergs Regie handelt vom ersten groß angelegten Austausch von Spionen zwischen der Sowjetunion und den USA Anfang der 60er-Jahre.

In diesem Zusammenhang wurde auch der damals 28 Jahre alte Student der Osteuropawissenschaften Frederic Pryor freigelassen. Die Stasi hatte ihn im Sommer 1961 unter Spionagevorwürfen verhaftet. Er saß im Untersuchungsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen ein und wurde im Februar 1962 am Grenzübergang Checkpoint Charlie den Amerikanern übergeben.

In diesem Kontext finden nun die Dreharbeiten in der heutigen Gedenkstätte an der Genslerstraße 66 statt. „Es wird im ehemaligen Hafttrakt gedreht“, teilte André Kockisch, Pressesprecher der Gedenkstätte mit. Zwar kann es aufgrund der Dreharbeiten für Besucher zwischen 12 und 18 Uhr zu zeitweiligen Einschränkungen kommen, aber die Gedenkstätte wird auch an den Drehtagen für Besucher geöffnet sein. „Die Rundgänge werden gegebenenfalls kurzfristig umgelegt“, sagte André Kockisch, „Hätten wir das Projekt nicht realisieren können, hätten wir auch nicht zugesagt.“

Dreharbeiten auf der Agentenbrücke

Eingefädelt wurde der erste große Austausch von Spionen damals vom amerikanischen Anwalt James Donovan, der von Tom Hanks gespielt wird. 1962 wechselten der KGB-Spion Rudolf Abel und der amerikanische Pilot Francis Gary Powers auf der Glienicker Brücke die Seiten. Die Verbindung zwischen Berlin und Potsdam entwickelte sich so zur Agentenbrücke des Kalten Krieges.

Ab Donnerstagabend (27. November) wird dort gedreht. Bis Montagmittag (1. Dezember) sei die Verbindung zwischen Berlin und Potsdam für Autos, Fahrräder und Fußgänger komplett gesperrt, hatte das Studio Babelsberg am Dienstag mitgeteilt.