Kooperation

US-Botschafter verhilft Zoo Berlin zu Partnerschaft mit L.A.

Die Zoos von Berlin und Los Angeles wollen künftig eng kooperieren. Tiere werden ausgetauscht, Mitarbeiter sollen wechselseitig in Gastfamilien unterkommen, zusammenarbeiten und voneinander lernen.

Foto: Krauthoefer / J. Krauthoefer

Unerschrocken ist sie: Kimberly Marteau, Gattin des US-Botschafters John B. Emerson, stürmte am Donnerstag – auf Stöckelschuhen – ins Gehege des Flachlandtapirs, ihrem erklärtem Lieblingstier, gefolgt von ihren Töchtern Taylor, Hayley und Jackie. Und das bei laufendem Betrieb, vor Publikum. Tapire sind äußerst gutmütig, sie lassen sich in Trance kraulen. So viel Zeit war nicht. Die Emersons haben mit Zoo-Direktor Andreas Knieriem und Stadtrat Tom LaBonge aus Los Angeles (L.A.) ein „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet. Beide Zoos wollen verstärkt Tiere austauschen und – ganz neu – auch ihre Mitarbeiter.

Erstere zu Zucht und Arterhalt, Letztere zum Lernen. Kimberly Marteau Emerson hat an der Verabredung großen Anteil, wie alle drei Männer betonten. Elf Jahre lang hatte sie der Kommission des Zoos Los Angeles angehört, einem städtischen Betrieb, vier Jahre davon als Präsidentin. Das Schicksal bedrohter Tiere, Arterhalt und internationale Zusammenarbeit liegen ihr am Herzen. „Als wir vergangenes Jahr ins Flugzeug nach Berlin stiegen, hatte meine Frau bereits den Zoobesuch geplant“, erzählte der US-Botschafter. „Und sie kam auf uns zu“, ergänzte Andreas Knieriem.

Zwei Berliner Tiefland-Pakas leben schon in L.A.

Im Tierpark ist es Kurator Christian Kern, der den Tieraustausch seit längerem beförderte. So hat die Einrichtung zwei Tiefland-Pakas nach LA abgegeben, umgekehrt kamen seit 2010 Gelbfuß-Felskängurus, Chaco-Pekaris und Giraffengazellen aus Los Angeles nach Berlin. „Die Tiere werden in amerikanischen Zuchtprogrammen geführt, die nun in europäische Programme münden“, erklärte Kern weiter.

Sein Engagement bringt mit sich, dass er nach Meinung Knieriems einer der ersten „Austauschschüler“ sein soll, zusammen mit einem Tierpfleger. Im Gegenzug sollen in den geplanten zwei Wochen ein Wissenschaftler sowie ein Tierpfleger aus Los Angeles in den Tierpark kommen. „Wir sind sehr erfahren im Fundraising, der Staat gibt kein Geld für Zoos“, erklärte LaBonge. Das Wissen können Zoo und Tierpark Berlin gebrauchen.